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ICE-Werk ja, Bannwaldrodung nein

Die Kreisgruppe Nürnberg Stadt hat Stimmen dazu eingefangen: https://youtu.be/iVET9DNGFKA

Die Deutsche Bahn plant ein neues ICE-Werk. Es ist noch kein Raumordnungsverfahren eröffnet worden, dies soll im November 2021 geschehen. Die DB hat allerdings schon diverse Standorte in Nürnberg und Umgebung geprüft und favorisiert offensichtlich den Altenfurter Standort (in zwei Varianten). Daneben sind weitere Standorte in unserem Landkreis veröffentlicht worden.

Grundsätzlich begrüßen wir die Investition, da die Verkehrswende eines unserer zentralen Themen ist und wir jeden Ausbau von Nah- und Fernverkehr auf der Schiene unterstützen. Aber nicht um jeden Preis!

Der Preis wäre hier nämlich sehr hoch, denn die vorgesehenen Flächen liegen (je nach Variante) zum größeren Teil im Bereich des Bannwaldes Lorenzer Reichswald und im Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald. Es würde hier also eine Rodung auf 46 bzw. bei der komprimierten Variante auf 38 Hektar drohen. Auch wenn dafür Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen festgelegt werden und an anderer Stelle Wald aufgeforstet wird, so würde es hier zu einem erheblichen Eingriff kommen und der Reichswald würde - neben vielen anderen bereits realisierten Eingriffen und noch geplanten Bauvorhaben -  noch weiter verkleinert werden. Es ginge Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten verloren und die Klimaschutzwirkung wäre erheblich reduziert.

Daher fordern wir:
1. Die Standortsuche soll transparent und ergebnisoffen geführt werden. Der Suchraum muss wieder auf ganz Süddeutschland ausgedehnt werden.
2. Standorte mit bestehender Versiegelung sind dringend einzubeziehen (bestehende stillgelegte Bahngelände, Industriebrachen) und bevorzugt zu behandeln.Keine Vorschläge in Großschutzgebieten (Bannwald, FFH, SPA)!
3. Die alternativen Standorte sollen genauso intensiv untersucht werden wie die bisherigen Standorte.Waldrodungen sollten ausgeschlossen werden.
4. Klima-, Umwelt- und Naturschutzaspekte müssen bei der Standortdiskussion mindestens die gleiche Wertigkeit haben wie soziale, ökonomische und verkehrstechnische. 

Weitere Infos unter Flächenschutz.


Bannwald in Gefahr - auch in Lauf

Für eine ortsansässige Firma soll eine neue Gewerbefläche entlang der A9 an der Ausfahrt Lauf Süd geschaffen werden. Die Absprachen dazu liefen nicht öffentlich, in der Zeitung war bereits der Baubeginn zu lesen. Dabei ist das Gebiet noch nicht einmal in der Beplanungsphase. Bereits auf der anderen Seite der Autobahn wurde Bannwald für Gewerbe geopfert (etwa vor 8 Jahren). Auch die Gewerbegebiete Lauf Süd I und II waren ehemals Bannwald. Wir lehnen jeden weiteren Eingriff in den Bannwald ab, egal für welche Firma oder guten Zweck. Bannwald ist nach bayerischem Waldgesetz der höchste Schutz, der vergeben wird. Wir bestehen auf der Einhaltung dieses Gesetzes.

Warum ist ein geschlossener Wald wichtig? Viele Tierarten sind auf große, zusammenhängende Wälder angewiesen. Ein zerfaserter Bannwald, der immer weiter randlich mit kleinsten Parzellen ergänzt wird, ist ökologisch deutlich weniger wirksam als eine große geschlossene Fläche.

Der Wald kämpft überall mit dem Klimawandel (Waldsterben 2.0) und ist doch für die Verlangsamung genau dieses Prozesses sehr wichtig. Einen alten Wald zu fällen bedeutet, dass selbst beim Gelingen von randlichen Aufforstungen diese erst in 80-100 Jahren wieder dieselbe Funktion erfüllen können. Allerdings nicht mehr für die Menschen, wenn der Bannwald immer weiter von den Siedlungen und Gewerbe nach außen gedrängt wird.

Das hier vorliegende Waldstück ist artenreich, auf feuchtem Untergrund und damit halbwegs klimastabil, es ist ein Teil des großen Bannwaldbereichs und praktisch unerschlossen. Damit herrscht dort eine für die Tierwelt ideale Lage vor, Spaziergänger finden keine Wege, das Unterholz ist dicht. Es gibt einen hohen Totholzanteil, kaum ein Waldrand zeigt eine so phantastische Struktur wie an dieser Stelle.

Die Ortsgruppen Lauf, Schnaittachtal und Röthenbach haben sich gemeinsam an den Bürgermeister Thomas Lang in Lauf gewandt. Den offenen Brief hat auch die Presse am 1.6.21 in Teilen abgedruckt. Außerdem haben wir bereits einen Tag nach Bekanntwerden ein Schreiben an das Ministerium in Ansbach geschickt, die Eingemeindung nicht zu vollziehen.

Eine Vorstellung der Baumarten gab es am 21.6. . Daraus ist durch die Bürgerinitiative ein kleiner Lehrpfad geworden.

Am 18.7. waren wir bei der Reichswalddemo in Nürnberg dabei, wo auf die vielfache Bedrohung des Reichswaldes als Bannwald aufmerksam gemacht wurde und wo wir auf unser Problem hingewiesen haben. Hier finden Sie Bilder von der Radtour. 

Am 22.7. startet die Postkartenaktion. Bürger finden dann in ihren Briefkästen vorgefertigte Postkarten. Diese sollen unterschrieben und bis 29.7. am Rathaus eingeworfen oder verschickt werden.

Am 24.7. findet zum zweiten Mal ein Infostand auf dem Marktplatz statt. Am 25.7. wird es eine Kundgebung geben. Vom BN spricht Bernd Bitterlich, Vorsitzender der Ortsgruppe Lauf. siehe Veranstaltungen

Infos gibt es auch bei der Bürgerinitiative Bannwald Lauf BiBaLa: http://www.bürgerinitiative-bannwald-lauf.de/


Die Wälder im Nürnberger Land

Maschinen dröhnen, Bäume fallen, Unruhe macht sich breit. Sind die Wälder in unserem Landkreis in Gefahr? Die Forstreform 2004 hat in der Wirtschaftsweise im Wald einige Veränderungen gebracht. Die Bayerischen Staatsforsten arbeiten nun ähnlich wie ein Wirtschaftsbetrieb. Trotz vieler Gespräche mit den Verantwortlichen und den einzelnen Förstern bleiben Fragen offen und Sorge um den Wald macht sich breit.

Wichtigste Punkte sind dabei, einen Einschlag während der Brutzeit der Vögel zu vermeiden. Ebenso sind die Abstände der Rückegassen mit teilweise weniger als 25 m in den siedlungsnahen Erholungsbereichen störend. Die schweren Maschinen sollten in nassen Bereichen und bei starken Regenfällen nicht zum Einsatz gebracht werden, um den Boden zu schonen.

Die Kreisgruppe organisiert Begehungen mit Förstern, spricht mit besorgten Bürgern und beobachtet genau die Vorgehensweise der Förster. Bei Unstimmigkeiten führen wir Gespräche mit Behörden, Förstern und Privatwaldbesitzern.


Was wächst im Nürnberger Land?

Im Bereich des Nürnberger Reichswaldes finden sich derzeit großflächig Kiefernbestände. Diese Wälder wurden lange Jahrzehnte intensiv genutzt und durch das Streurechen zum "Steckerleswald". Aufforstungen durch das Reichswald-Programm haben in einigen Bereichen bereits zu kräftigen nachwachsenden Mischwaldstrukturen mit Buchen, Eichen und weiteren Laubbäumen geführt, der ausgemagerte Boden wird Humus-angereichert.

Auf den Flugsanddünen ist der Flechten-Kiefern-Wald als seltene Waldformation natürlich vorhanden. Dort wird versucht, den Nährstoffeintrag aus der Luft durch verschiedene Maßnahmen zu kompensieren. Auf diesen Sandflächen kommen keine Buchen zum Wachsen.

In den Senken, Bachtälern und sonstigen feuchten Flächen im Reichswald stehen derzeit noch häufig Fichten. Die natürlichen Erlen werden mit punktuellen Pflanzungen eingebracht und sollen diese Bereiche wieder übernehmen.

Im Bereich der Hersbrucker Alb gibt es sehr vielseitige Wälder: Schluchtwälder, Mischwälder und Gebiete mit Eiben sind dort anzutreffen.


Der Arbeitskreis Wald

Auf Landkreisebene kann eine lokale Arbeitsgruppe manches bewirken. Jedoch sind viele Themen von landesweiter Relevanz. Deshalb verweisen wir hier auf die Arbeit des Waldreferates unseres Landesverbandes: Wald

Der Arbeitskreis Wald möchte sich intensiv mit dem Schutz des Waldes in der genutzten Fläche beschäftigen. Dazu zählt die Beobachtung und Begleitung von forstlichen Eingriffen oder auch die Erfassung von alten Baumriesen. Leider gibt es derzeit zu wenig interessierte Aktive, die in einem solchen Arbeitskreis mitarbeiten würden. Falls Sie mitmachen wollen, melden Sie sich bei der Geschäftsstelle in Winkelhaid: nuernberger-land@bund-naturschutz.de