Durchsuchen Sie unser Wissen

Zur Startseite
  • Aktuelles
  • Mitmachen - Aktiv werden
  • Newsletter

ICE ja, Bannwald nein

Die Kreisgruppe Nürnberg Stadt hat Stimmen dazu eingefangen: https://youtu.be/iVET9DNGFKA

Die Deutsche Bahn plant nordöstlich von Nürnberg-Altenfurt zwischen bestehender Bahnlinie und B4 (Regensburger Straße) ein neues ICE-Werk. Es ist noch kein Raumordnungsverfahren eröffnet worden, dies soll 2021 geschehen. Die DB hat allerdings schon diverse Standorte in Nürnberg und Umgebung geprüft und favorisiert offensichtlich den Altenfurter Standort (in zwei Varianten).

Grundsätzlich begrüßen wir die Investition, da die Verkehrswende eines unserer zentralen Themen ist und wir jeden Ausbau von Nah- und Fernverkehr auf der Schiene unterstützen. Aber nicht um jeden Preis!

Der Preis wäre hier nämlich sehr hoch, denn die vorgesehene Fläche liegt (je nach Variante) zum größeren Teil im Bereich des Bannwaldes Lorenzer Reichswald und im Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald sowie zu einem kleineren Teil im Landschaftsschutzgebiet Langwasser. Das Gebiet ist vollständig bewaldet. Es würde hier also eine Rodung auf 46 bzw. bei der komprimierten Variante auf 38 Hektar drohen. Auch wenn dafür Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen festgelegt werden und an anderer Stelle Wald aufgeforstet wird, so würde es hier zu einem erheblichen Eingriff kommen und der Reichswald würde - neben vielen anderen bereits realisierten Eingriffen und noch geplanten Bauvorhaben -  noch weiter verkleinert werden. Es ginge Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten verloren, die Klimaschutzwirkung wäre erheblich reduziert und natürlich auch die Möglichkeit der Naherholung für die Altenfurter und Fischbacher Bevölkerung. Außerdem ist eine Lärmbelästigung der Anwohner zu befürchten.

Daher fordern wir:
1. Die Standortsuche soll transparent und ergebnisoffen geführt werden.
2. Die alternativen Standorte sollen genauso intensiv untersucht werden wie die beiden Standortvarianten bei Altenfurt. Die DB darf nicht auf der Grundlage grober Prüfungen und eines Abwägens der Vor- und Nachteile der alternativen Standorte nur noch den Standort Altenfurt zur Diskussion stellen.
3. Klima-, Umwelt- und Naturschutzaspekte müssen bei der Standortdiskussion die gleiche Wertigkeit haben wie soziale, ökonomische und verkehrstechnische. 

Die Wälder im Nürnberger Land

Maschinen dröhnen, Bäume fallen, Unruhe macht sich breit. Sind die Wälder in unserem Landkreis in Gefahr? Die Forstreform 2004 hat in der Wirtschaftsweise im Wald einige Veränderungen gebracht. Die Bayerischen Staatsforsten arbeiten nun ähnlich wie ein Wirtschaftsbetrieb. Trotz vieler Gespräche mit den Verantwortlichen und den einzelnen Förstern bleiben Fragen offen und Sorge um den Wald macht sich breit.

Wichtigste Punkte sind dabei, einen Einschlag während der Brutzeit der Vögel zu vermeiden. Ebenso sind die Abstände der Rückegassen mit teilweise weniger als 25 m in den siedlungsnahen Erholungsbereichen störend. Die schweren Maschinen sollten in nassen Bereichen und bei starken Regenfällen nicht zum Einsatz gebracht werden, um den Boden zu schonen.

Die Kreisgruppe organisiert Begehungen mit Förstern, spricht mit besorgten Bürgern und beobachtet genau die Vorgehensweise der Förster. Bei Unstimmigkeiten führen wir Gespräche mit Behörden, Förstern und Privatwaldbesitzern.


Was wächst im Nürnberger Land?

Im Bereich des Nürnberger Reichswaldes finden sich derzeit großflächig Kiefernbestände. Diese Wälder wurden lange Jahrzehnte intensiv genutzt und durch das Streurechen zum "Steckerleswald". Aufforstungen durch das Reichswald-Programm haben in einigen Bereichen bereits zu kräftigen nachwachsenden Mischwaldstrukturen mit Buchen, Eichen und weiteren Laubbäumen geführt, der ausgemagerte Boden wird Humus-angereichert.

Auf den Flugsanddünen ist der Flechten-Kiefern-Wald als seltene Waldformation natürlich vorhanden. Dort wird versucht, den Nährstoffeintrag aus der Luft durch verschiedene Maßnahmen zu kompensieren. Auf diesen Sandflächen kommen keine Buchen zum Wachsen.

In den Senken, Bachtälern und sonstigen feuchten Flächen im Reichswald stehen derzeit noch häufig Fichten. Die natürlichen Erlen werden mit punktuellen Pflanzungen eingebracht und sollen diese Bereiche wieder übernehmen.

Im Bereich der Hersbrucker Alb gibt es sehr vielseitige Wälder: Schluchtwälder, Mischwälder und Gebiete mit Eiben sind dort anzutreffen.


Der Arbeitskreis Wald

Auf Landkreisebene kann eine lokale Arbeitsgruppe nicht viel bewirken, hier verweisen wir auf die Arbeit des Landesverbandes: Wald

Der Arbeitskreis Wald möchte sich intensiv mit dem Schutz des Waldes in der genutzten Fläche beschäftigen. Dazu zählt die Beobachtung und Begleitung von forstlichen Eingriffen oder auch die Erfassung von alten Baumriesen. Leider sind derzeit zu wenig Aktive dabei, um dieses Thema auch noch zu schaffen.

Interessenten an einer Arbeitsgruppe sind herzlich eingeladen, ihre Ideen zum Wald einzubringen. Eine Mitgliedschaft ist für die Mitarbeit in einer internen Arbeitsgruppe gewünscht.

Falls Sie mitmachen wollen, melden Sie sich bei der Geschäftsstelle in Winkelhaid: nuernberger-land@bund-naturschutz.de