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Pressemitteilungen der Kreisgruppe

Hier veröffentlichen wir unsere Texte, die wir an die Presse schicken, im Original. Ein weiterer Klick öffnet bei längeren Mitteilungen das vollständige Dokument als PDF.


Todesfalle Licht: BN bittet Kommunen und Bevölkerung um Unterstützung der Earth Night

13.9.22

Insekten sterben massenweise durch nächtliche Beleuchtung. Wenigstens eine dunkle Nacht im Jahr – dafür setzt sich die Initiative „Earth Night“ ein. Am 23. September (Neumond) ruft die Initiative dazu auf, ab 22 Uhr das Licht zu reduzieren oder abzuschalten.

 

Straßenlampen, Autoscheinwerfer, Leuchtreklame, Flutlichter auf Parkplätzen, Tankstellen und Sportanlagen, Strahler auf Baustellen, Gewerbeflächen und Baudenkmäler – für nachtaktive Insekten können solche Lichtquellen zu Todesfallen werden, denn sie führen zum Zusammenbruch ihres angeborenen Orientierungsvermögens. Um das große Insektensterben aufzuhalten, fordert die BN-Kreisgruppe Nürnberger Land zusammen mit den „Paten der Nacht“, den Initiatoren dieser bundesweiten Aktion, ein Umdenken bezüglich künstlicher Lichtquellen. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Energiekrise hat das Abschalten des Lichts nicht nur einen Artenschutzaspekt, sondern ist selbstverständlich auch das Gebot der Stunde, um Energie zu sparen.

„Von den in Deutschland vorkommenden Insektenarten sind etwa 70 Prozent nachtaktiv. Viele davon sind bereits in ihrem Bestand gefährdet“, sagt Herbert Barthel, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz. Barthel bittet: „Es ist höchste Zeit, die Beleuchtungsdauer zu verkürzen oder in bestimmten Fällen ganz auf nächtliche Beleuchtung zu verzichten.“ Außerdem stellt der BN fest: „Leider haben nur wenige Kommunen die Vorgaben des Volksbegehrens Artenvielfalt umgesetzt, dass Bauten der öffentlichen Hand zwischen 23 Uhr und der Morgendämmerung nur noch in Ausnahmefällen beleuchtet werden dürfen. Wir fordern alle unnötige Beleuchtung wo immer es geht dauerhaft abzuschalten. Dies leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Energiesparen und damit zum Klimaschutz!“

Das Problem vieler nachtaktiver Insekten: Sie sehen noch bei sehr geringer Lichtstärke und fühlen sich vom Licht angezogen. Das Fatale: Haben Insekten eine künstliche Lichtquelle entdeckt, umfliegen sie sie bis zur völligen Erschöpfung oder sie kollidieren mit der Lampe und werden angesengt. Wer vor Erschöpfung zusammengebrochen ist, fällt oft seinen Fressfeinden zum Opfer. Bei Tagesanbruch räumen dann die Vögel unter den noch immer erstarrt verharrenden Insekten auf, die sich an Hauswänden ausruhen oder am Boden liegen. „Ganze Insektenpopulationen können so in der Stadt in kurzer Zeit zusammenbrechen. Das Massensterben der zum Licht gelockten Tiere kann nicht wettgemacht werden. Selbst scheinbar naturnahe Lebensräume in der Stadt verarmen so“, erklärt Barthel.
 


Hitzewelle: Biberlandschaften wirken Austrocknung entgegen

27.08.22

Vielerorts sind aufgrund wochenlang anhaltender Hitze und fehlendem Niederschlag vor allem kleine Fließgewässer dem Austrocknen nahe - mit fatalen Konsequenzen für Tiere dieser Lebensräume. Vom Biber geschaffene Feuchtlandschaften sind nun oft letzte Rückzugsgebiete für Fische, Amphibien oder Libellenlarven.

Seit Jahrmillionen ist ein tierischer Wasserwart im Einsatz, der es wie kein anderer versteht, mit dem zur Verfügung stehenden Wasser optimal zu haushalten: Der Biber. Er baut Dämme, die das Wasser zurückhalten, und schafft so wasserreiche Lebensräume ohne diese Leistung in Rechnung zu stellen. Und er profitiert nicht alleine von seiner Fähigkeit.

„Durch die anhaltenden Dürreperioden in diesem Sommer trocknen viele Bachläufe aus. Allerletzte Rückzugorte, die Fische, Amphibien, Wasserkleinstlebewesen, Muscheln & Co. vor dem sicheren Tod bewahren, sind vom Biber gestaltete Gewässer mit ihren strukturreichen Feuchtbereichen“, erklärt Herbert Barthel, Vorsitzender der BUND Naturschutz Kreisgruppe Nürnberger Land. „Damit bleibt auch der Tisch für zahlreiche andere Arten wie Fledermäuse, Insekten, Libellen reich gedeckt.“

Der Bibers schafft den Gewässern wieder den (Lebens-)Raum, den sie früher hatten und den sie brauchen. Gerade in den Sommermonaten haben Biber oft den Wasserstand mittels Biberdämmen vor ihren zahlreichen Wohn- und Ruhestätten etwas mehr als üblich erhöht, denn nicht zuletzt die vor wenigen Wochen zur Welt gekommenen Biberbabys benötigen nun besonders hohen Schutz sowie optimale Voraussetzungen, um bei Gefahr abtauchen zu können.

„Dort, wo das Wasser jetzt über die Ufer tritt, verteilt es sich in mehreren Kleinstwasserarmen in der angrenzenden Landschaft. Dort entstehen nicht nur Lebensräume, sondern auch das Grundwasser wird angereichert, denn ein Teil des Wassers versickert im Boden. In entwässerten Moorgebieten ist der Biber mittlerweile ein zentraler Partner für die Grundwasseranhebung, die für Klima- und Naturschutz nötig ist“, so Barthel. 

Wo diese Flächen genutzt werden, kann das bei Land-, Forst und Teichbewirtschaftern zu Sorgen und Unzufriedenheit führen. Doch mit diesen Problemen ist niemand alleine gelassen, hierfür gibt es unterstützende Hilfe durch das Bayerische Bibermanagement und als direkten Ansprechpartner die Unteren Naturschutzbehörden an den Landratsämtern. Sie werden unterstützt durch ehrenamtliche Biberberater*innen in ganz Bayern. Sie informieren ausführlich und umfassend über den Biber und seine Lebensweise sowie die Möglichkeiten, wie wir mit dem Biber als Gewässernachbar gemeinsam leben können.

 


Spätsommer ist Wespenzeit: Lästig für den Menschen – wichtig für die Natur

20.8.2022

Lästig für den Menschen – wichtig für die Natur

Wespen vertreiben oder gewähren lassen? BUND Naturschutz gibt Tipps für den Umgang mit den geschützten Insekten.

Wegen des warmen und trockenen Wetters der letzten Wochen sind im Spätsommer heuer wieder viele Wespen unterwegs. Die Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz in Bayern klärt auf, wie man mit den ungebetenen Gästen am besten umgeht und welche wichtige Rolle sie für die Natur spielen.

„Was manchmal wie eine Invasion wirkt, ist in Wirklichkeit nur ein kleiner Ausschnitt der Natur um uns herum. In der Regel trauen sich nur zwei der elf mitteleuropäischen Wespenarten an unsere gedeckten Tafeln, nämlich die Gewöhnliche Wespe und die Deutsche Wespe“, erklärt Herbert Barthel, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz. „Alle anderen Wespenarten interessieren sich nicht für unser Essen. Sie ernähren sich von Nektar, Pollen und Pflanzensäften, dabei bestäuben sie Pflanzen. Für den Nachwuchs vertilgen sie zum Beispiel Fliegen, Mücken, Motten oder Spinnen und sind damit ein wichtiger Teil natürlicher Nahrungsnetze und Ökosysteme. Gerade angesichts des dramatischen Insektensterbens sollten wir ihnen mit Respekt und keinesfalls mit Gift begegnen. Von den 562 heimischen Wespenarten (neben den Faltenwespen, zu denen die beiden genannten zählen, sind dies Grabwespen, Wegwespen und Goldwespen) sind 255 Arten gefährdet, weil wir ihre Lebensräume zerstören.“

Um keine Wespen anzulocken, kann man Speisen abdecken, süße Getränke verschließen und auf stark parfümierte Körperpflegeprodukte verzichten. Gesellen sich die Wespen doch dazu, heißt es vor allem: Ruhe bewahren! „Angstschweiß versetzt die Wespen in Alarmbereitschaft, und das Kohlendioxid in unserer Atemluft beim Wegpusten macht sie aggressiv. Auch sollte man auf keinen Fall nach den Wespen schlagen oder wild mit der Hand herumwedeln. Grundsätzlich gilt: Wespen haben nicht die Absicht uns zu stechen. Sie wehren sich aber, wenn sie sich bedroht fühlen. Dreiste Ruhestörer kann Wasser aus Sprühflaschen zur Raison bringen. Oder Sie lassen die Wespen gewähren und beobachten, wie sie geschickt ein kleines Stück aus einem großen Ganzen herausoperieren und mit der Beute stolz davon fliegen“, so Barthel.

Es sei ihnen gegönnt, denn was für uns nur die letzten Sommerwochen des Jahres sind, sind für die Wespen die letzten Tage ihres Lebens. Nur die jungen begatteten Wespenköniginnen überwintern. Erst im nächsten Sommer schlüpfen neue Wespen, die uns als Insektenvertilgerinnen so manche Fliege und Mücke vom Leib halten.

Übrigens: Nur wenige Arten bauen große Nester am Haus. „In den allermeisten Fällen ist die Angst der Menschen vor Wespen unbegründet. Hornisse, Rote Wespe, Sächsische Wespe, Feldwespen und viele andere Arten sind friedliebende Tiere. Sie zu bekämpfen, ist unnötig und verboten! Deshalb müssen vor einer Bekämpfung am Haus unbedingt Fachleute vor Ort beurteilen, um welche Wespenart es sich eigentlich handelt. Die Giftspritze gehört, wenn überhaupt, in die Hand von Fachleuten, nicht von Laien. Hier helfen fachkundige Hornissen- und Wespenberater, die z.B. über die Untere Naturschutzbehörde erreichbar sind“, erläutert Barthel.


Laufzeitverlängerung ist gefährlich und unnötig

18.08.2022

BUND Naturschutz im Nürnberger Land: Laufzeitverlängerung ist gefährlich und unnötig

Die Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz warnt vor unkalkulierbaren Risiken und kritisiert die derzeitigen Diskussionen über einen Streckbetrieb des Niederbayerischen Meilers Isar 2 scharf.

„Der BUND Naturschutz im Nürnberger Land hat jahrzehntelang für den Atomausstieg und die Energiewende vor Ort demonstriert, gekämpft und gearbeitet. Diese Ziele werden wir auch jetzt verteidigen. Ein Weiterbetrieb von Isar 2 ist mit unkalkulierbaren Risiken verbunden und lebensgefährlich. Ich bin entsetzt, dass die bayerische Staatsregierung das Thema jetzt wieder hochkocht. Atomenergie muss raus aus Deutschland und Bayern!“, so Herbert Barthel, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz. „Das Atomkraftwerk Isar 2 befindet sich unter der Einflugschneise des Großflughafens München und liegt nur 150 Kilometer von uns entfernt im Südosten,“ so Barthel weiter.
Ein Streckbetrieb sei ein Ausstieg aus dem Ausstieg unterstreicht Barthel: „Ist der Geist erst mal aus der Flasche, besteht die große Gefahr, dass es zu einem allgemeinen Wiedereinstieg in die Atomkraft kommt. Dabei ist die Endlagerfrage immer noch nicht geklärt und die Brennstäbe kommen nach wie vor aus Russland und Kasachstan.“
Isar 2 könne zudem nicht wesentlich dazu beitragen, den Gasmangel auszugleichen, betont Barthel: „Stattdessen sollte die Bayerische Staatsregierung ein umfangreiches Energiesparprogramm auflegen.“ Das bisherige gehe nicht weit genug, auch Kommunen und die Industrie müssten in die Pflicht genommen werden. Außerdem müsse es eine Kampagne für die Privathaushalte geben. „Auch der Landkreis Nürnberger Land sollte gemeinsam mit seinen Kommunen jetzt mit gutem Beispiel vorangehen und unsere Bevölkerung mit Informationen zum Energiesparen zu unterstützen. Wichtig wäre der Ausbau und die Verbreiterung der bestehenden Kommunalen Initialberatung Energiesparen“, so Barthel. Der Landkreis müsse auch seine Beratungen und Aktivitäten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich erweitern.

 


Sonnenschutz: Sonnencreme belastet Gewässer

20.07.22

 

Wer sich ordentlich mit Sonnencreme einschmiert, vermeidet Sonnenbrand, aber gefährdet das Leben im Wasser. Welche Cremes wirksam gegen Sonnenbrand schützen und trotzdem nicht der Umwelt schaden, verrät der BUND Naturschutz.

Die Sommerferien stehen vor der Tür und die Menschen zieht es ans Meer oder an den See. Eine gute Sonnencreme sollte im Reisegepäck nicht fehlen. Viele Cremes enthalten allerdings chemische Stoffe, Mikroplastik und weitere synthetische Polymere oder auch Nanopartikel, die beim Baden ins Wasser gelangen und dort verbleiben – mit langfristigen Folgen.

Sonnencremes schützen unsere Haut durch Filtersubstanzen. Dabei unterscheidet man zwischen einem organisch-chemischen und einen mineralischen Filter. Chemische Sonnenschutzmittel können in die Haut eindringen und UV-Strahlung in Wärme umwandeln. „Viele chemische Filter sind umstritten und stehen unter Verdacht, im menschlichen Körper hormonell zu wirken“, erklärt Herbert Barthel, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz. „Nicht nur wir Menschen, sondern auch Fische und andere Wasserbewohner und das Ökosystem der Gewässer leiden erheblich unter diesen Stoffen.“

Leider gibt es bisher nur Studien über die schädliche Wirkung von Octinoxat und Oxybenzon. Einige Länder und manche Ferienorte verbieten mittlerweile Sonnencremes mit diesen Stoffen. Allerdings gibt es noch viele weitere Stoffe, zu denen es keine umfassenden Studien gibt, was die Auswirkung auf unsere Gewässer und Meere betrifft.

Um Gewässer zu schützen, sollten Verbraucher deshalb zur Naturkosmetik greifen. Dazu gehören oft auch die mineralischen Sonnenschutzmittel, diese nutzen beispielsweise Zinkoxid als optische Barriere zwischen Haut und Sonnenstrahlung. Diese Stoffe wirken wie ein Spiegel und reflektieren das Sonnenlicht auf der Haut. Sie sind insbesondere für Allergiker*innen häufig die bessere Wahl. Doch Vorsicht: Mineralische Sonnenschutzmittel können umweltschädliche Nanopartikel enthalten. Forscher haben herausgefunden, dass sich Nanopartikel zum UV-Schutz im Wasser lösen können. Sonnenlicht erzeugt dann mithilfe der Stoffe aus dem Wasser schädliches Wasserstoffperoxid. Dieses schädigt Kleinstlebewesen.

„Einen wirklich ökologisch sinnvollen Sonnenschutz gibt es nicht. Deshalb sollte jeder der Sonnencreme nutzt, zumindest auf mineralische Filter in Nicht-Nano-Form und ohne Mikroplastik setzen. Am besten ist es, die starke Sonneneinstrahlung in der Mittagshitze ganz zu meiden. Halten sie sich nur zeitweise in der Sonne auf und ansonsten im Schatten“, so Barthel. Geduscht werden sollte nach dem Sonnenbad besser zu Hause, damit weniger UV-Filter direkt in die Gewässer gelangen.


Achtung Autofahrer – liebestolle Igelmänner unterwegs

20.07.22

 

Manche Igelmänner legen weite Strecken zurück und überqueren viele Straßen, um ein passendes Weibchen zu finden. Besonders viele verkehrstote Igel gibt es deshalb in der Paarungszeit. Der BUND Naturschutz gibt Tipps, was jeder jetzt tun kann.

Die Paarungszeit der Igel ist regionenabhängig von April bis Anfang September – besonders aber im Juli. In dieser Zeit können liebestolle Igelmänner bis zu fünf Kilometer in einer Nacht zurücklegen, um eine willige Igelfrau zu finden. Dabei begegnen ihnen viele Gefahren. „Haupttodesursache während der Paarungszeit ist der Verkehr. Laut einer Untersuchung in den 90er Jahren, haben sendermarkierte Igel damals schon bis zu 28 Straßen in einer Nacht überquert. Durch die seitdem gestiegene Straßendichte sind das heute vermutlich viel mehr Überquerungen“, weiß Herbert Barthel, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz.

Doch warum überqueren Igel so häufig Straßen? Der Grund dafür ist laut BUND Naturschutz einfach erklärt. „Unser heimischer Braunbrustigel lebt überwiegend in besiedelten Gebieten. Die zunehmende Verdichtung des städtischen Lebensraums und die Undurchlässigkeit vieler Gartenzäune zwingt die Igel auf die Straße“, erklärt Barthel. Auch die Ökologie der Tiere spielt eine Rolle. Das Streifgebiet eines Igels ist durchschnittlich 33 Hektar groß und vergrößert sich während der Paarungszeit auf über 100 Hektar bei männlichen Tieren. Beim Weibchen bleibt es das ganze Jahr über gleich. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass im Sommer mehr männliche Igel überfahren werden. „Wirklich helfen kann nur vorrausschauendes Fahren mit einer angemessenen Geschwindigkeit“, so Barthel. „Jedes Auto, das nicht fährt, schützt unser Klima und Igelleben“.

Igel sind auf ihrer nächtlichen Tour nicht unbedingt auf Samtpfoten unterwegs. Hat ein Männchen das Weibchen seiner Wahl gefunden, kann er mächtig Lärm machen. Stunden und sogar Nächte kann es dauern, bis es zu einer erfolgreichen Paarung kommt. „Bei der Balz umkreisen Igelmännchen die Weibchen, was diese zunächst mit Boxhieben und genervtes Fauchen quittiert.  Dieses Umwerben wird Igelkarussell genannt. Erst wenn das Weibchen in Paarungsstimmung ist, darf der Igelmann aufreiten“, erklärt Barthel. Wenn man also jetzt zwei Igel tuckern und dampflokartig puffern hört, dann handelt es sich vermutlich um ein Liebespaar. Übrigens: Nach der Paarung macht sich der Igelmann aus dem Staub und sucht sich ein neues Weibchen. Die gefährliche Partnersuche geht weiter.


Was lebt auf einer Streuobstwiese? Tag der Artenvielfalt in Eschenbach

28.6.22

Alte Streuobstwiesen sind besondere Orte – Zeitzeugen einer vergangenen naturnahen Landnutzung - und heute bedeutsame Restflächen mit einer hohen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten 

Bereits seit einigen Jahren macht der Bund Naturschutz im Nürnberger Land durch einen Tag der Artenvielfalt darauf aufmerksam, wie bedeutsam die Vielfalt unserer ­heimischen Tier- und Pflanzenarten ist und wie wichtig es ist, dass diese Arten, gerade auch seltene, exakt bestimmt werden können.

In diesem Jahr fand die Aktion am Abend des 18. und am 19.6. auf einer Streuobstwiese bei Eschenbach statt, die der BUND Naturschutz vor acht Jahren übernehmen konnte. Die Wiese mit alten Apfel- und Kirschbäumen wird seitdem von der Ortsgruppe Hersbrucker Land fachgerecht gepflegt. Den Schatten der großen Bäume wussten die etwa 15 Artenkenner und Besucher, die sich eingefunden hatten, bei Temperaturen bis zu 37° sehr zu schätzen.

Zunächst wurden In der Nacht zum Sonntag zahlreiche Nachtfalter und viele andere Insekten vom Licht einer Speziallampe angelockt und konnten dann in Ruhe auf einem großen weißen Tuch betrachtet werden.

„Wir fangen die Tiere nicht. Wir nutzen moderne Techniken und fotografieren die ruhenden Tiere. Mit guten Aufnahmen können dann daheim in Ruhe die Auswertungen erfolgen und die beobachteten Gattungen und Arten präzise bestimmt“, so Herbert Barthel, Vorsitzender der Kreisgruppe des BUND Naturschutz im Nürnberger Land. Vermutlich über zweihundert verschiedene Insektenarten fanden sich nachts unter dem Licht ein. Ein unvergleichliches Erlebnis für alle Teilnehmer*innen.

Am Sonntag wurden dann die tagaktiven Tiere und die Pflanzen, insbesondere die wunderbaren Gräser der noch ungemähten Wiese, erfasst.

Die Insekten wurden wie in der Nacht mit Digitalkameras fotografier und so nachträglich bestimmt. Weit über hundert verschiedene Arten wurden in Listen erfasst. Gerade die große Zahl der angetroffenen Insektenarten zeigt die Bedeutung, die diese alte Kulturlandschaft für die Artenvielfalt hat.

Einer der Höhepunkte war ein gemütliches Picknick. Neben Begeisterung für die besondere Atmosphäre der Streuobstwiese waren vor allem auch die spannenden fachlichen Gespräche über die Einzelheiten der Bestimmungen ein besonderes Gruppenerlebnis. Im Anschluss lieferte der Schatten eines Biergartens in Eschenbach einen schönen Ausklang.

„Der Tag der Artenvielfalt ist für uns ein wichtiger Höhepunkt des Jahres. Klimawandel und Verlust der Artenvielfalt sind die beiden großen menschengemachten Probleme, denen wir uns global stellen müssen. Der Erhalt der Vielfalt der Arten ist eine globale Aufgabe, aber die Lösungen müssen lokal vor Ort erfolgen. Wesentlich ist, die Arten unserer Heimat auch exakt bestimmen zu können. Nur so wissen wir über ihr Vorkommen, aber auch ihr Verschwinden, Bescheid,“ erläutert Barthel.

Diese Aufgabe ruht auf den Schultern vieler Ehrenamtlicher. Denn die exakte Bestimmung der vielfältigen Tier- und Pflanzenarten erfordert präzise Fachkenntnis, Leidenschaft und Engagement und vor allem viele Aktive. Die staatlichen Stellen können koordinieren, aber sie schaffen es rein personell nicht, sich mit den vielen Details unserer Mitgeschöpfe zu befassen. Herzlichen Dank an alle, die sich hier mit persönlicher Zeit und ihrer menschlichen Energie einsetzen. Dieser Tag der Artenvielfalt soll auch in den nächsten Jahren wieder stattfinden.

Etwa 5000 lokale Obstsorten gibt es in Bayern. 1965 gab es noch ca. 20 Millionen Streuobstbäume in Bayern, heute sind wohl nur noch 5 Millionen von diesem Schatz übrig. Eine Wende könnte das erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ bringen, mit dem auch für eine Stärkung der Bayerischen Streuobstbestände gestimmt wurde.


Zwischenbilanz Amphibienwanderung: Alarmierende Zahlen bei Bayerns Fröschen und Kröten

13.6.22

 

Die erste Auswertung der Amphibienwanderung 2022 deutet auf einen erneuten Rückgang der Bestände hin. An einzelnen Wanderwegen hat sich die Anzahl der eingesammelten Amphibien nochmals um die Hälfte reduziert. Auch das etwas feuchtere Wetter im Sommer 2021 hat offensichtlich zu keiner Erholung geführt. Der klassische Wandermonat März fiel wegen Frost und Trockenheit praktisch aus.

Der BUND Naturschutz in Bayern hat die ersten Ergebnisse der diesjährigen Amphibienwanderung vorliegen. Nach Umfragen bei 20 Orts- und Kreisgruppen zeichnet sich dabei ein düsteres Bild ab. Bezüglich der an den Schutzzäunen eingesammelten Amphibien berichten vierzehn Gruppen von einem starken bis sehr starken Rückgang, bei drei ist die Anzahl in etwa gleich geblieben und lediglich bei drei Orts- oder Kreisgruppen gab es einen Anstieg.
„Die Zahlen sind ein deutliches Alarmzeichen", sagt der BN-Vorsitzende Richard Mergner. "Unsere rund 6.000 freiwilligen Helferinnen und Helfer leisten seit Jahrzehnten bei den Amphibienwanderungen leidenschaftlich ihren Beitrag für die Erhaltung der Amphibien in Bayern. Doch nur wenn Feuchtlebensräume erhalten und neu geschaffen werden, können wir verhindern, dass die Klimakrise die Erfolge dieses Engagements zunichtemacht.“
Der BN-Amphibienexperte Uwe Friedel erklärt: „Nachdem der letzte Sommer wieder etwas regenreicher war wie in den Vorjahren, hatten wir auf eine Erholung der Bestände gehofft. Auch wenn die derzeit vorliegenden Daten noch keine abschließende Bewertung zulassen, kann man wohl jetzt schon sagen, dass sich diese Hoffnung zerschlagen hat. Es bereitet mir Sorgen, dass selbst die Allerweltsarten wie die Erdkröte und der Grasfrosch Jahr für Jahr mit weniger Tieren in unseren Fangeimern landen.“
Um der Reduzierung der Amphibienbestände entgegenzuwirken müssen vor allem die Lebensräume erhalten werden, fordert der BUND Naturschutz. Dazu muss die ökologische Landwirtschaft weiter ausgebaut werden, denn vor allem der Pestizideinsatz und der Mangel an Insekten macht den Fröschen, Kröten und Molchen zu schaffen. Uferrandstreifen und die Verbesserung des Biotopverbundes tragen ebenfalls dazu bei, Bayerns Amphibienbestände für eine Zukunft fit zu machen, in der zunehmend trockene Frühjahre und Sommer zu erwarten sind. Aber auch von der Wiederherstellung der natürlichen Auendynamik an bayerischen Flüssen in Verbindung mit natürlichem Hochwasserschutz würden die Amphibien stark profitieren.


Verkehr, Wald, Flächenschutz - Reichswaldinitiativen gründen großes Bündnis „Rettet den Reichswald“

 Pressemitteilung des BN Landesverbandes 5.5.22, aktualisiert 2.6.22

 

Auf Initiative einiger Bürgerinitiativen hat der BUND Naturschutz ein großes Bündnis „Rettet den Reichswald“ gebildet, mit dem die geplanten Reichswaldeingriffe wie ICE-Werk, Amazon-Ansiedlung, Gewerbegebiete, Sandabbau, Straßenbau, PWC-Anlage oder Juraleitung P53 koordiniert angegangen werden sollen. Die Abwehr eines ICE-Werks im Wald und die Durchsetzung der Alternative Hafen stehen derzeit im Fokus. Aktuell werden diesbezüglich die Einwendungen im Raumordnungsverfahren gesammelt, das am 4.5.22 von der Regierung Mittelfranken eingeleitet wurde. Dem Bündnis schlossen sich bereits der Landesbund für Vogelschutz und fünf Bürgerinitiativen an. Über das Bündnis Feucht sind weitere BIs wie Pro Grün Feucht und Basisgruppen wie der DAV Feucht, die Jägervereinigung und etliche Parteien vertreten. Das Bündnis der Trassengegner mit etlichen lokalen BIs im Reichswald ist ebenfalls vertreten.

„Wie schon in den 1970er Jahren brauchen wir ein gemeinsames Vorgehen aller waldliebenden Bürgerinnen und Bürger, damit die grüne Lunge des Großraums nicht weiter durchlöchert wird. Immer wieder wird der Reichswald als billige Flächenreserve missbraucht. Heute befinden wir uns mitten in der Klimakrise. Deshalb stehen wir zur Verkehrswende und stellen den Bedarf des ICE-Werks nicht in Frage. Aber wir akzeptieren das Werk nicht im schützenswerten Reichswald, es gibt alternative Standorte wie den Nürnberger Hafen, die deutlich umweltverträglicher sind“, so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BN.

„Wir stehen als lokale Bürgerinitiative zum ersten Mal in solch einer Auseinandersetzung. Wir brauchen hier die Unterstützung aller Waldschützerinnen und Waldfreunde, damit wir nicht unter die ICE-Räder kommen. Deswegen sind wir froh, dass alle an einem Strang ziehen“, so Rolf Wirth für die BI Harrlach im Bündnis.

Auch in Feucht und Röthenbach bei St. Wolfgang wächst der Widerstand gegen die Standortvorschläge Muna Feucht und südlich der Muna/Jägersee weiter. „Wer meint, uns ginge es nur um unseren Wald vor der Haustür, täuscht sich. Uns geht es um den ganzen Reichswald“, so Sophie Wurm vom Bündnis Feucht, in dem zahlreiche Parteien und Vereine zusammengeschlossen sind. „Wir werden das Raumordnungsverfahren nutzen, um den Protest noch weiter zu verstärken“, so Barbara Dorfner, Sprecherin der BI Röthenbach.

„Unser alternativer Vorschlag für das ICE-Wartungswerk im Nürnberger Hafen ist planerisch und technisch machbar. Nur aus politischen Gründen will die Bahnspitze den Hafenstandort nicht haben. Letztlich wird sich die Frage stellen, ob der Bund, die Bahn, der Freistaat und die Bayernhafen GmBH die Schonung des klimatisch für die ganze Region so wichtigen Bannwalds höher bewerten, als die Aufwendungen, die beim Standort Hafen erbracht werden müssten“, so Klaus-Peter Murawski, 1. Vorsitzender BN-Kreisgruppe Nürnberg-Stadt.

Stellungnahmen und Sammeleinwendungen im Raumordnungsverfahren

„Natürlich werden wir auch all unseren Fachverstand einbringen, um das europäische Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald zu retten. Die Vogelschutz-Richtlinie der EU sieht bei erheblichen Eingriffen zwingend eine Alternativenprüfung vor, die wir hier bislang vermissen“, so Helmut Beran, Geschäftsführer des Landesbund für Vogelschutz LBV.

Im Bündnis wurde bereits eine gemeinsame Sammeleinwendung erarbeitet, die die fachlichen Stellungnahmen der Verbände und Bürgerinitiativen im Raumordnungsverfahren mit Rückenwind versehen soll. Ab sofort werden die Sammellisten verbreitet und Einwendungen gesammelt. In Kürze wird auch eine Online-Einwendungsmöglichkeit freigeschaltet.

Unser Appell an alle Waldfreund*innen lautet für das angelaufene Raumordnungsverfahren: Bitte unterschreiben Sie die Sammeleinwendungslisten zum Raumordnungsverfahren ICE-Werk. Alle Waldinitiativen im Bündnis „Rettet den Reichswald“ haben diese und sammeln an Infoständen, bei Protestveranstaltungen und in lokalen Geschäften.

Unter https://helfen.bund-naturschutz.de/sammeleinwendung-ice-werk/  kann online unterschrieben und es können Sammellisten heruntergeladen werden.

Das Bündnis „Rettet den Reichswald“ besteht aus:

  • BUND Naturschutz in Bayern e.V., Landesverband
    BN-Kreisgruppen Erlangen, Nürnberg-Stadt, Nürnberger Land, Schwabach, Roth, Neumarkt, Fürth-Stadt (wg Trinkwasser Harrlach),
  • Landesbund für Vogelschutz e.V.
  • Bürgerinitiative „Kein ICE Werk bei Harrlach",
  • Bürgerinitiative Röthenbach bei St. Wolfgang/Reichswald bleibt e.V.
  • Bürgerinitiative Kein ICE-Werk Schwarzenbruck
  • Bündnis "Rettet den Reichswald" Feucht mit
    LBV Ortsgruppe Feucht
    BN-Ortsgruppe Feucht
    BN-Ortsgruppe Wendelstein
    DAV Sektion Feucht
    BI Kein ICE-Werk in und südlich der Muna
    Waldsiedlung Weißensee Feucht e.G.

BI Pro Grün in Feucht und Moosbach
Bürgerinitiative gegen die Waldzerstörung Feucht
BI Ja zum Reichswald-Nein zur Juratrasse Feucht
Jagdschutz- und Jägerverein Nürnberger Land
SPD Feucht

SPD-Ortsvereine Wendelstein
CSU Feucht
Bündnis 90-Die Grünen Feucht

Bündnis 90-Die Grünen Wendelstein
UCS Die Unabhängigen Feucht

Freie Wähler Feucht

  • Bürgerinitiative gegen die Waldzerstörung
  • Bündnis der Trassengegner
  • Bürgerinitiative Feucht JA zum Reichswald - NEIN zur Juratrasse

Weitere Initiativen und Verbände dürften noch hinzukommen, wenn sie die nächste Sitzung hatten.

Sie alle eint, dass sie für den gesamten Reichswald einstehen. Der Vorwurf mancher politischer Funktionsträger, hier agierten Bürger*innen nach dem Motto „Not in my backyard“ wird durch das Bündnis wiederlegt.

Für Rückfragen:

Tom Konopka, Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken

Telefon 0911 81878-24, Mobil 0160 8531944

Mail tom.konopka@bund-naturschutz.de

Unsere Pressemitteilungen finden Sie auch online: www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen

BUND Naturschutz in Bayern e. V.
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Vogelbrutzeit: Vogel gefunden – was tun?

25.05.22

Vermeintlich verlassene Jungvögel sollte man in den meisten Fällen in Ruhe lassen. Falsche Tierliebe schadet. Der BUND Naturschutz gibt Tipps, wie man sich in einer solchen Situation verhalten soll. Hecken und Büsche nicht schneiden. 

Jetzt kann man sie überall beobachten: Vogelkinder! Sie hüpfen durch die Büsche und am Boden entlang und warten darauf, von den Eltern gefüttert zu werden. „Für viele Menschen sieht das so aus, als ob die Jungvögel Hilfe brauchen, vor allem, wenn sie sich nicht von der Stelle bewegen. Doch in einer solchen Situation muss man gut überlegen, was das Richtige ist“, erklärt Herbert Barthel, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz.

Zuerst muss geklärt werden, ob es sich um einen Nestling handelt, der möglicherweise aus dem Nest gefallen ist. Denn in diesem Jungvogel-Stadium benötigen die Tiere unsere Hilfe, da sie alleine noch nicht überlebensfähig sind. Der wichtigste Unterschied zwischen einem Nestling und einem Ästling ist, dass Nestlinge noch kein vollständiges Federkleid besitzen und im Gegensatz zu Ästlingen, nicht auf den eigenen Füßen stehen, sondern auf ihrem gesamten unteren Beinabschnitt sitzen. „Wenn das Nest in der Nähe ist, kann man diese herausgefallenen Vögel einfach vorsichtig zurücksetzen, die Eltern stören sich nicht daran“, so Barthel.

Anders sieht es bei flüggen Jungvögeln am Boden aus, erkennbar am vollständigen Gefieder. „Diese Vögel sollte man in den meisten Fällen in Ruhe lassen. In der Regel werden sie von den Eltern am Boden versorgt oder durch bestimmte Rufe zum Fliegen animiert. Droht dem flüggen Jungvogel aber unmittelbar Gefahr - etwa durch Katzen oder den Straßenverkehr - kann man den Vogel an einen geschützten Ort beispielsweise in eine dichte Hecke setzen. Der Ort sollte aber unbedingt in der Nähe des Fundortes sein. Die Vogeleltern beobachten die Situation genau und finden ihren Nachwuchs wieder“, erklärt Barthel.

Um offensichtlich verletzte Vögel sollte man sich in jedem Fall kümmern. Diese sollten vorsichtig aufgelesen und zu einem Tierarzt gebracht werden -beispielsweise in einem Karton mit Handtuch darin.

Wichtiger Hinweis: Während der Vogelbrutzeit vom 1. März bis 30. September ist es verboten, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden oder zu beseitigen. Viele Vögel haben hier Nester gebaut und versorgen ihre Jungen. Erlaub ist nur der schonende Schnitt. Lassen sich bestimmte Arbeiten, wie schonende Formschnitte, nicht aufschieben, sollte die Hecke unbedingt zuvor nach Nestern und Jungtieren abgesucht werden.


Spendensammlungen: Kröten sammeln für Bayerns Natur

5.5.22

BN startet Sammelwoche für 2022. Vom 9. bis 15. Mai gehen Kinder, Jugendliche und Erwachsene von Haustür zu Haustür und bitten um Spenden für den BUND Naturschutz in Bayern. 

 

Das Geld wird auch im wörtlichen Sinne für Kröten verwendet. Frösche, Molche und Kröten haben Hilfe dringend nötig. Denn bei ihren Frühjahrswanderungen würden sonst viele von ihnen überfahren werden. Die freiwilligen Helfer des BUND Naturschutz bauen Schutzzäune auf und helfen den Tieren über die Straßen.

Es ist die größte derartige Aktion im Umwelt- und Naturschutzbereich in Bayern. Die Spendengelder werden vor allem für Projekte im Landkreis eingesetzt, wie für Artenschutzmaßnahmen, für den Ankauf ökologisch wertvoller Grundstücke, aber auch für den Einsatz bei der Verhinderung von Natur-zerstörenden Straßenbauprojekten oder Gewerbegebietsplanungen. Neben dieser klassischen Naturschutzarbeit werden Umweltbildungsangebote für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene finanziert. In der Geschäftsstelle der Kreisgruppe in Winkelhaid werden ökologische Kindergeburtstage angeboten. Bayernweit wird das Engagement für Energiewende und Klimaschutz finanziert.

„Denn nur wer finanziell unabhängig ist, kann offen für das Lebensrecht aller Tiere und Pflanzen und für die Bewahrung der einmaligen Naturlandschaften Bayerns eintreten – auch zum Schutz von uns Menschen“ betont Herbert Barthel, Vorsitzender der BUND Naturschutz Kreisgruppe Nürnberger Land. Unterstützt bei der Sammlung wird der BUND Naturschutz von vielen Schülern, die mit original BUND Naturschutz-Unterlagen und -Sammelausweis an der Haustüre und auf der Straße unterwegs sind. Der BUND Naturschutz bittet die Bevölkerung, die Spendensammler*innen nicht abzuweisen, sondern deren ehrenamtliches Engagement zu belohnen. Auf Wunsch wird eine Spendenquittung ausgestellt. Spenden können auch direkt auf das Spendenkonto der BUND Naturschutz Kreisgruppe Nürnberger Land mit dem Vermerk „Naturschutz“ eingezahlt werden.

Sparkasse Nürnberg, IBAN: DE34 7605 0101 0190 0016 36.

Auch online sind Spenden möglich: https://www.bund-naturschutz.de/spenden-helfen


Wer sich selbst bei der Sammelwoche für die Natur engagieren oder mehr über die Arbeit des BUND Naturschutz wissen möchte, kann weitere Informationen über das Büro der Kreisgruppe Nürnberger Land anfordern. Bei der Kreisgruppe können sich auch alle melden, die sich selbst gerne für den Erhalt der bayerischen Natur und für eine lebenswerte Umwelt engagieren möchten.


Mitmachprojekt #Krautschau: Was wächst zwischen den Pflasterfugen?

19.04.22

Die #Krautschau ist eine Mitmachaktion, die das Bewusstsein für unsere wilden Pflanzen in der Stadt und im Siedlungsbereich stärken soll. Dabei werden Pflanzen, die zwischen Pflasterfugen oder Mauerritzen wachsen, bestimmt und mit Kreide markiert. Die Aktion wird bayernweit durch den BUND Naturschutz begleitet.

 

Was wächst eigentlich zwischen unseren Pflasterfugen und Mauerritzen? Die wenigsten Menschen wissen das. „In den Pflaster-Ritzen der weitgehend versiegelten Stadt- und Siedlungsbereiche wachsen jede Menge Wildpflanzen, die sehr wichtig für unser städtisches Ökosystem sind“, erläutert Herbert Barthel, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz. Die grünen Fugen sind nämlich nicht nur schön, sie nehmen auch Regenwasser auf und binden Staub. Jede Pflanze trägt zur Artenvielfalt bei und ihre Blüten liefern Nektar und Pollen für Insekten. Die Pflanzenwurzeln schaffen winzige Mikrohabitate, in denen Asseln, Würmer, Weberknechte, Spinnen, Käfer und Schnecken leben, die wiederrum Nahrung für Vögel und Igel sind. Aus diesem Grund ruft der BUND Naturschutz erstmals zur #Krautschau auf. „Die Aktion ist eine hervorragende Möglichkeit, unseren Wildpflanzen im urbanen Raum eine Stimme zu geben“, so Barthel.

Mitmachen kann jeder – so geht’s

Überall dort, wo Flächen versiegelt sind, leben Pflanzen unter Extrembedingungen und kaum jemanden fällt das auf. Die #Krautschau soll das ändern. Und so geht’s: Bei einem Spaziergang werden die entdeckten Fugen-Pflanzen bestimmt und mit (abwaschbarer) Kreide der Name danebengeschrieben. Helfen können dabei Bestimmungsbücher oder die kostenlose Smartphone-App FloraIncognita. „Mit diesem Straßengraffiti werden dann auch andere Menschen auf die wilde Schönheit am Straßenrand aufmerksam – zumindest bis zum nächsten Regen“, so Barthel. Und das Beste daran: Es macht nicht nur Spaß, man wird bereits nach kurzer Zeit zum richtigen Artenkenner! Aber Achtung: Sicherheit geht vor. Der BUND Naturschutz bittet alle Teilnehmer*innen, keine Pflanzen an befahrenen Straßen zu bestimmen.

Bundesweiter Aktionstag

Die #Krautschau ist eine Aktion, die das ganze Jahr durchgeführt werden kann. Zusätzlich lädt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung gemeinsam mit dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. zu einem bundesweiten Krautschau-Aktionstag ein. Dieser findet dieses Jahr am 22.05.2022 statt, dem internationalen Tag der biologischen Vielfalt. Wer sich an lokalen Aktionen beteiligen möchte, kann sich gerne an die Kreisgruppe des BUND Naturschutz im Nürnberger Land wenden.

„Je mehr Aufmerksamkeit die Pflanzen bekommen, umso besser. Vielleicht schaffen wir es dadurch, mehr Menschen für die Natur zu begeistern“, hofft Barthel.

Idee stammt ursprünglich aus Frankreich

Um mehr Bewusstsein für unsere Wildpflanzen auf Gehwegen zu schaffen, hatte der französische Botaniker Boris Presseq bereits 2019 den Einfall, Mauerritzen- und Pflasterfugenpflanzen zu bestimmen und deren Namen mit Kreide auf Straßen zu schreiben. Über Social Media und dem Hashtag #Morethanweeds wurde die Idee europaweit verbreitet und ist nun als #Krautschau in Deutschland angekommen.


BN-Mitmachprojekt: Frag den Vogelphilipp -Vogelstimmen lauschen und kennenlernen

28.03.22

Am 1. April startet der BUND Naturschutz (BN) mit seiner Vogelstimmen-Hotline. Wer wissen will, welche Vögel in seiner Umgebung singen, kann den Gesang mit dem Handy aufnehmen und über WhatsApp an den Vogelphilipp schicken. Rund 4.500 Vogelstimmen-Anfragen sind im vergangenen Jahr eingegangen. BN gibt zudem Tipps, wie man mehr Vogelarten in den Garten locken kann.

 

Über 250 Vogelarten sind in Deutschland als Brutvögel zu Hause, davon sind mehr als die Hälfte sogenannte Singvögel. In Wäldern, Gärten und Parks kann man sie sehen und vor allem hören. „Gerade im Frühling melden sich Singvögel lautstark zu Wort, um ihr Revier abzugrenzen und einen Partner anzulocken“, weiß Herbert Barthel von der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz. Doch wer singt da genau? Das und mehr beantwortet im April der „Vogelphilipp“. Der Landshuter Ornithologe heißt eigentlich Philipp Herrmann und kennt die Vogelstimmen wie kein Zweiter. Er hilft den Gesang unserer heimischen Vögel zu erkennen, um damit ein Bewusstsein für die Vielfalt unserer Vogelwelt zu schaffen und die Artenkenntnis zu fördern. Jeder kann mitmachen: Einfach den Vogelgesang mit dem Smartphone über die Sprachnachrichtenfunktion von WhatsApp aufnehmen und an die Nummer +49 160 4424450 schicken. Der „Vogelphilipp“ hört sich jede einzelne Aufnahme genau an und gibt persönlich Bescheid, welcher Vogel singt. Oft gibt es sogar noch ein paar Zusatzinformationen über die Art und ihren Gesang als Dreingabe dazu.

 

Die häufigsten Vogelstimmen

 

Die häufigsten dreizehn Vogelstimmen kann man sich auf der Homepage des BN anhören. So kann jeder die Stimmen im Garten mit den Original-Stimmen der einzelnen Vogelarten vergleichen. „Das rhythmische Tschilpen von Haus- und Feldsperlingen lässt sich leicht aus den anderen Stimmen heraushören. Auch das typische zizizidä, zizizidä der Blaumeise ist einfach zu erkennen. Ihre feine hohe Stimme ist gut von der Kohlmeise zu unterscheiden. Schwierig dagegen sind die verschiedenen Nachahmungen der Stare. Die haben nicht nur eine Strophe drauf, sondern können viele andere Vogelarten imitieren. Doch wer genau hinhört, erkennt den Star trotzdem an seinen harmonischen, abwechslungsreichen Melodien“, erklärt Barthel.

Die Vogelstimmen zum Nachhören und weitere Infos zu den häufigsten Vögeln gibt es hier: www.bund-naturschutz.de/gefiederte-freunde


Im letzten April haben bei dem Projekt über 2000 Menschen mitgemacht und 4500 Vogelstimmen an die Vogelstimmenhotline gesandt. Darunter waren 89 unterschiedliche Vogelarten und auch seltene Arten wie Schwarzstorch, Wiedehopf oder Doppelschnepfe. Besonders häufig wurden gehört (in dieser Reihenfolge): Kohlmeise, Amsel, Buchfink, Mönchsgrasmücke und Kleiber.

Vogelfreundlicher Garten

 

Naturschutz beginnt vor der Haustüre. Vögel in den Garten zu locken ist nicht schwer. Sie brauchen Nahrung, Wasser, Nistmöglichkeiten, Schutz und Deckung. Werden diese Grundbedürfnisse erfüllt, ist es ein Leichtes im eigenen Garten den Gesängen unserer gefiederten Freunde zu lauschen. „Wer sich für eine naturnahe Gartengestaltung mit vielen Strukturen wie zum Beispiel beerentragende Gehölze, heimische Blühpflanzen oder auch Totholz entscheidet, leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz“, wirbt Barthel. https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/natuerlich-gaertnern

 

Dem Heimatsound lauschen: Dawn Chorus

 

Passend zum BN-Projekt Vogelstimmenhotline findet auch das Citizen Science Projekt Dawn Chorus statt, welches der BN unterstützt: Menschen aus aller Welt sind aufgerufen, an einem beliebigen Tag im Mai zwischen Morgendämmerung und Sonnenaufgang die Vogelstimmen vor der eigenen Haustür eine Minute lang mit der kostenlos verfügbaren Dawn Chorus – App aufzunehmen. Die Aufnahmen werden weltweit kartiert und ergänzen eine wissenschaftliche Datenbank zur Biodiversitätsforschung. Mehr Informationen darüber finden Sie unter: www.dawn-chorus.org.


Osterhase in Gefahr: Lebensraum des Feldhasen schwindet

28.03.22

Der Legende nach versteckt „Meister Lampe“ an Ostern die bunten Eier. Noch. Schwindende Lebensräume, Mangel an Kräutern und zunehmender Verkehr machen dem Feldhasen zu schaffen. Beim Ostereinkauf kann jeder helfen.
 
Der Feldhase fühlte sich eigentlich mal wohl in der Agrarlandschaft. Heute ist er wie viele andere Arten der Feldflur ein seltener Anblick geworden und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Er braucht artenreiche Kräuter-Nahrung sowie Verstecke vor Fressfeinden und für die Jungenaufzucht. In der intensiv genutzten Agrarlandschaft ist beides selten geworden. Dazu kommen noch die Gefahren durch Straßen und zunehmenden Verkehr sowie generell abnehmender Lebensraum durch Siedlungen und Gewerbegebiete.

„Der Feldhase ist ein Kräuterspezialist. Doch die sind in der intensiven Landwirtschaft selten geworden“, unterstreicht Herbert Barthel der BN-Kreisgruppe Nürnberger Land. „Um einen weiteren Rückgang der Hasenbestände zu vermeiden, brauchen wir den Erhalt und die Aufwertung der Landschaft mit blütenreichen Wiesen, Rainen, Säumen, Versteckmöglichkeiten wie alten Heckenbeständen und Brachflächen sowie einen Biotopverbund zur Vernetzung der Lebensräume“, fordert Barthel. Davon würden auch viele andere Arten der Agrarlandschaft wie Goldammer, Kiebitz, Grasfrosch oder viele Insektenarten profitieren. Der Biotopverbund auf 15 Prozent der Offenlandfläche ist seit dem erfolgreichen Bienen-Volksbegehren im Bayerischen Naturschutzgesetz verankert und seine Herstellung bis 2030 gesetzliche Pflicht. „Leider hapert es bei der Umsetzung des Volksbegehrens besonders im Bereich Biotopverbund – hier passiert bei uns noch viel zu wenig“, kritisiert Barthel.

Kritik übt die BN-Kreisgruppe auch am nach wie vor hohen Flächenverbrauch im Landkreis, der die Lebensräume nicht nur des Feldhasen laufend einschränkt.

Aber auch jeder Einzelne kann beim Ostereinkauf Gutes tun. „Wer sich jetzt über Schoko-Osterhasen und bunte Ostereier freuen will, sollte Erzeugnisse aus ökologischem Landbau oder lokalen Naturschutzprojekten nachfragen. Bio fair-trade Schokolade schützt vor Pestizideinsatz. Auch bei bunten Ostereiern sollte man nicht auf Käfigeier hereinfallen, denn bei den gefärbten Eiern muss die Haltungsform nicht gekennzeichnet sein“, erklärt Barthel. Der BN empfiehlt, Eier aus ökologischer Haltung zu kaufen (Stempelkennzeichnung 0 auf dem Ei) und selbst zu färben.

Der Feldhase ist ein Tier mit beeindruckenden Fähigkeiten: Er ist ein Meister der Tarnung mit hervorragendem Gehör. Durch seine langen, kräftigen Hinterbeine ist der Feldhase sehr flink: Auf der Flucht erreicht er Geschwindigkeiten von etwa 50 km/h, kurzzeitig sogar bis zu 70 km/h – das ist schneller als ein Rennpferd im Galopp! Dabei schlägt er 90-Grad-Haken und kann bis zu drei Meter hoch und sieben Meter weit springen. Um die Damen zu beeindrucken, liefern sich die männlichen Hasen in der Paarungszeit spektakuläre Boxkämpfe und Wettrennen. Übrigens: Vom Wildkaninchen kann man den Feldhasen durch seine deutlich größeren Ohren unterscheiden.

 


Schädliche Palmsonntags-Tradition: Weidenkätzchen nicht abschneiden

25.3.22

Palmkätzchen, auch Weidenkätzchen genannt, sind im Frühling und zur Osterzeit als Deko beliebt. Auch Wildblumen für einen schönen Strauß abzuschneiden ist verlockend, damit schadet man aber Bienen und anderen Insekten.

Die Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz in Bayern bittet gerade im Frühling um Rücksicht auf die Natur: „Wildbienen und Schmetterlinge brauchen im Moment jede Nahrungsquelle. Die blühenden Weiden oder Schlüsselblümchen sind mit ihrem Pollen und Nektar in dieser noch blütenarmen Zeit ganz wichtig“, appelliert Herbert Barthel, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz. „Genießen Sie die Schönheit der aufblühenden Natur und das Brummen und Summen an den Kätzchen am besten in der Natur.“

Etliche blühende Weidenarten sind für die Insekten, die schon unterwegs sind, eine wichtige Nahrungsquelle. In der freien Landschaft blühen ansonsten noch nicht allzu viele Pflanzenarten. Insbesondere die Bienen brauchen nach dem harten Winter dringend Energie für den Aufbau der Bienenvölker. Eine der wichtigsten Nahrungsquellen zu Frühlingsbeginn sind dabei die Weidenkätzchen, die bei uns gerne zum Palmsonntag geschnitten werden. Weidenblüten haben einen hohen Nährwert und versorgen die hungrigen Insekten mit wertvollem Eiweiß und Fetten. Auch Hummeln, Käfer, Schmetterlinge und andere Insektenarten und sogar einige Vogelarten wie der Zilpzalp oder Meisen nutzen sie als Nahrung.

Für Ostersträuße sollte man also von der beliebten Salweide oder anderen Wildblumen absehen. Auch wenn das Mitnehmen kleiner Mengen von Wildblumen grundsätzlich erlaubt ist, appelliert der BN eindringlich, die Pflanzen in der Natur zu lassen (genauere Info siehe unten).

Um Wildbienen und andere Insekten zu schützen, sollte man für den Osterstrauß auf Forsythien zurückgreifen, so der Rat der BUND Naturschutz-Kreisgruppe Nürnberger Land: " Für die Wohnung können Zweige der Forsythien aufgestellt werden. Denn deren Blüten produzieren weder Nektar noch Pollen und liefern somit für Wildbienen und andere Insekten keine Nahrung", erklärt Barthel.

Auch Gartenbesitzer können viel für Insekten tun: Pflanzen Sie verschiedene heimische Sträucher und Kräuter, die möglichst weit über das Jahr verteilt blühen und Nektar und Pollen bieten. Im Frühjahr bieten neben Weiden zum Beispiel Schlüsselblumen, Lungenkraut, Lerchensporn oder Sträucher wie die Kornelkirsche und die Schlehe für Insekten wichtige Nahrung.

Hintergrund zur Rechtslage:
Nach Art. 16 (1) des Bayerischen Naturschutzgesetzes (Schutz bestimmter Landschaftsbestandteile) ist es verboten, „Hecken, lebende Zäune, Feldgehölze oder -gebüsche einschließlich Ufergehölze oder -gebüsche zu roden, abzuschneiden, zu fällen oder auf sonstige Weise erheblich zu beeinträchtigen“. Erlaubt ist lediglich ein schonender Form- und Pflegeschnitt zur Beseitigung des Zuwachses. „Erhebliche Beeinträchtigungen” sind nach der Rechtsprechung mehr als bloß “geringfügige Beeinträchtigungen”. Man darf also ein paar Äste abschneiden, aber auch nicht mehr.
Zudem gilt das generelle Verbot des Bundes-Naturschutzgesetzes, §39 (1), wonach es verboten ist, in mehr als geringen Mengen „wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten.“ (Handstrauß-Regelung). Für Gehölze gilt zudem §39 (5): „Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen


Vorfrühling im Garten: Frühjahrsputz kann noch warten

25.03.22

Die Tage werden länger und wärmer und die ersten Vorfrühlingsboten werden sichtbar. Blühende Blumen und Hecken kündigen nicht nur die neue Jahreszeit an, sondern spielen auch für Bienen und Vögel eine wichtige Rolle. Der BUND Naturschutz gibt Tipps für einen naturfreundlichen Garten zu Beginn des Frühlings.

Der große Frühjahrsputz im Garten sollte noch warten, betont die BN-Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz. „Insekten brauchen die Laubschicht auf dem Boden, die sie vor kalten Nächten schützt, denn: der Spätfrost kommt bestimmt! Außerdem werden bei einem zu frühen Rückschnitt der Pflanzen und dem Entfernen des Laubes alle darin überwinternden Insekten mitentsorgt“, beklagt Herbert Barthel, Vorsitzender des BUND Naturschutz der Kreisgruppe Nürnberger Land.

„Alte Blütenstauden und vertrocknete Gräser schützen das junge Grün vor den gefährlichen Spätfrösten“, so Barthel weiter. „Ebenso befinden sich noch viele Insekten gut geschützt unter der Streuschicht im Boden oder in hohlen Ästen und Pflanzenstängeln. Ein großangelegter Frühjahrsputz schadet deshalb der Artenvielfalt im Garten. Besser ist es, bestimmte Pflanzen individuell zu pflegen und mit dem schonende Rückschnitte abgestorbener Pflanzen erst zu beginnen, wenn es längere Zeit konstant warm ist.“ Viele Wildbienen und die ersten Hummeln sind bereits unterwegs und gehen auf Futtersuche. Wichtige Quellen für Pollen und Nektar sind derzeit Huflattich, Schlüsselblumen, Krokusse und Winterlinge. Auch Sträucher und Bäume wie Haselnuss, Kornelkirsche und einige Weidenarten blühen bereits und sind bedeutende Futterpflanzen, die in keinem Garten fehlen sollten. Mit dem Vorfrühling kommen auch die ersten Zugvögel aus dem Süden zurück und erkunden mögliche Nistplätze. Ältere Bäume mit Baumhöhlen oder dichte Hecken mit Schlehen, Wildrosen und Weißdorn bieten ideale Brutmöglichkeiten. Fehlen diese Strukturen, kann man zumindest den Höhlenbrütern mit einem Nistkasten helfen. Aber Achtung: Nicht jeder Kasten passt! Jede Vogelart hat andere Ansprüche und bevorzugt bestimmte Nistkastenformen und Größen der Einfluglöcher. „Neben den Standard-Meisenkästen ist es auch sinnvoll, spezielle Nisthilfen für Gebäudebrüter, Gartenschläfer oder Fledermäuse anzubieten“, empfiehlt Barthel.

Hätten Sie es gewusst? Mit über zwanzig Millionen Gärten in Deutschland haben Gartenbesitzer ein riesiges Potential, Natur zu schaffen und so die Biodiversität zu fördern. Jeder Garten kann zu einem kleinen Biotop werden, das durch Pflanzenvielfalt Vögel, Kleintiere und Insekten anlockt und ein dauerhaftes Zuhause verspricht. Mehr Informationen finden Sie in unserem Öko-Tipp „Bienenfreundlicher Garten“, zu finden unter https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/bienenfreundlicher-garten


Auf die Straße für mehr Klimaschutz und Frieden - Klimademo am 25. März

18.03.22

 

Die Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz ruft gemeinsam mit Fridays for Future zum globalen Klimastreik auf. Demonstrationen und Aktionen sind in ganz Bayern geplant.

Anlässlich der 100-Tage-Bilanz der neuen Bundesregierung steht die Klimademo diesmal unter dem Motto „Reicht halt nicht“. „Die neue Bundesregierung ist mit durchaus ambitionierten Klimazielen gestartet. Nach 100 Tagen im Amt gilt es nun, ein erstes Zeichen zu setzen und die Ampel an diese Ziele zu erinnern. Mehr noch: Die anvisierten Maßnahmen reichen nicht aus, um uns schnell aus der Abhängigkeit von Autokraten und ihren fossilen Brennstoffen zu befreien und die Klimakrise schnellstmöglich und effektiv zu bekämpfen“, stellt Herbert Barthel fest, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz. 

Deshalb steht der Klimastreik dieses Mal auch ganz unter dem Zeichen des Krieges in der Ukraine. „Klimaschutz und Frieden sind eng verzahnt. Wir solidarisieren uns mit den Menschen in der Ukraine! Der Krieg wirkt wie ein Brennglas auf die langjährig verfehlte und rückwärtsgewandte Energiepolitik der Regierung: Statt flächendeckender, dezentraler Energieversorgung in Bürger*innen-Hand aus Erneuerbaren Energien haben wir unnötigerweise auf Gas, Kohle und Öl gesetzt“, unterstreicht Barthel. „Die Regierung muss handeln: Wir brauchen eine Energie-, Verkehrs- und Wärmewende als Teil der sozial-ökologischen Transformation der Gesellschaft!“

Der aktuelle IPCC-Bericht zeigt einmal mehr, wie dramatisch der Einfluss des Klimawandels bereits heute für Ökosysteme und Biodiversität, aber auch uns Menschen und Gesellschaften, bereits ist.


Die Klimademo findet in verschiedenen Städten in ganz Deutschland und Bayern statt, unter anderem in Berlin und München. In der Region sind Aktionen in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Roth geplant.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Bündnisses: www.klima-streik.org


Weltwassertag am 22. März

18.03.22

Wasser steckt überall drin - So gehen wir sparsam damit um

Der Verbrauch von Wasser steckt in unseren Lebensmitteln, in unserer Kleidung und sogar im verbrauchten Strom. Die BUND Naturschutz Kreisgruppe im Nürnberger Land gibt Tipps zum Wassersparen. Regionale Lebensmittel kaufen, bei Konsumgütern auf entsprechende Gütezeichen achten. Wasser sparsam verwenden, Hausbesitzer können Regenwasser nutzen.

Die Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz in Bayern ruft anlässlich des Weltwassertages am 22. März die Bevölkerung auf, sparsam mit dem kostbaren Gut umzugehen und gibt entsprechende Tipps. „Durch den Klimawandel und vermehrte Trockenperioden haben wir auch in Bayern teilweise mit Wasserknappheit zu kämpfen. Sichtbar wurde dies bei uns zum Beispiel in den trockenen Jahren 2018 und 2019, als der Bitterbach in der Bitterbachschlucht bei Lauf nahezu völlig trocken fiel. Auch bei uns ist es also notwendig, und wird notwendiger werden, sparsam mit Wasser umzugehen. Der mit Abstand größte Teil unseres Verbrauchs entfällt allerdings auf unsere Lebensmittel und Konsumgüter“, betont Herbert Barthel, Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz.

Um eine Getränkedose herzustellen, braucht es rund 25 Liter Wasser. In einem Kilogramm Import-Tomaten stecken etwa 40 Liter Wasser, in einem Kilogramm Papier 250 bis 700 Liter, in einem Kilogramm Rindfleisch 5.000 Liter und in einem Auto bis zu 20.000 Liter.

„Wer den sparsamen Umgang mit Wasser in der Landwirtschaft fördern will, sollte möglichst Lebensmittel aus regionaler und ökologischer Produktion kaufen. Denn der Vormarsch von wasserintensiven Anbaumethoden sowie der Fleischproduktion führt gerade in wasserärmeren Ländern des globalen Südens zum Absinken des Grundwasserspiegels und damit zu Bodenerosion, Versalzung und Versteppung. Hinzu kommen Belastungen des natürlichen Wasserhaushalts durch giftige Düngemittel und Pestizide“, erklärt Barthel. „Aber auch bei uns ist es absehbar, dass die Landwirtschaft zunehmend Auswirkungen auf das Grundwasser haben wird.“

Auch Strom sparen hilft, den Wasserverbrauch zu senken. Ein großer Teil des Wassers in Deutschland wird nämlich zum Kühlen in Wärmekraftwerken genutzt.

Bei Konsumgütern weisen Gütezeichen wie der Blaue Engel auf wasser- und umweltschonende Waren, wie zum Beispiel Recyclingpapier aus 100 % Altpapier statt umweltbelastender Holzfrischfaser-Papiere hin. Viele Produkte beinhalten sowohl große Mengen “verstecktes” Wasser wie auch „graue Energie“ aus ihrem Herstellungsprozess. So steckt etwa in einem Kilogramm Recyclingpapier aus 100 % Altpapier mit dem Blauen Umweltengel bis zu 60 % weniger Wasser als in Holzprimärfaser-Papier. Neben dem weitaus geringeren Wasser- und Energieverbrauch weist Recyclingpapier auch eine geringere Abwasserbelastung bei der Herstellung auf.

Auch beim „normalen“ Wasserverbrauch im Haushalt gibt es viel Einsparpotential. „Dass Duschen deutlich wassersparender ist und mindestens drei Mal weniger Wasser verbraucht als Baden, dürfte bekannt sein“, so Barthel. „Und die Start-Stopp-Taste an der Klospülung ist mittlerweile ja zum Glück auch Standard. Unser Regenwasser wird allerdings immer noch viel zu wenig genutzt. Für Gartenbesitzer sollte die Regentonne obligatorisch sein, um Regenwasser zumindest für die Pflanzenbewässerung im Garten zu nutzen.“

Man kann das Regenwasser aus Zisternen im Gebäude oder ohne Raumverlust versenkt im Garten zusätzlich auch für den Haushalt nutzen. Mit einer entsprechenden Pump- und Filtertechnik kann damit die Klospülung aber auch die Waschmaschine betrieben werden. Wer eine Regenwasserzisterne nutzen möchte, sollte sich auch an seine Kommune wenden, oftmals gibt es Zuschüsse beim Bau von Regenwasseranlagen - sofern sie mit getrennten Leitungen und einer Überlaufleitung gebaut und abgenommen werden.


19.02.22

 

Seit zwei Jahren sammelt der BUND Naturschutz mit Hilfe der Bürger*innen Daten über Eichhörnchen. Über 27.600 Eichhörnchen wurden in Bayern seitdem gemeldet, davon rund 700 in Nürnberger Land. Das Projekt bestätigt, dass die Fellfarbe nicht nur genetisch vorgegeben ist, sondern auch Anpassung an die Umgebung sein kann. Die meisten Eichhörnchen wurden in Grünanlagen gesichtet.  Das Projekt läuft weiter, die besten Beobachtungschancen hat man jetzt!


Im Frühjahr 2020 startete der BUND Naturschutz das großangelegte Bürger*innen-Forscherprojekt „Eichhörnchen in Bayern“. Interessierte können seither über eine App oder die BN-Homepage melden, wann und wo sie Eichhörnchen entdeckt haben und Merkmale angeben. Bis zum Herbst 2021 kamen so über 21.600 Meldungen mit insgesamt 27.600 Tieren zusammen. Allein im Nürnberger Land wurden seit dem Projektstart knapp 700 Tiere gemeldet. „Das ist ein großartiges Ergebnis und zeigt, dass sich viele Menschen für Eichhörnchen begeistern“, erklärt Herbert Barthel von der BUND Naturschutz -Kreisgruppe Nürnberger Land. Die meisten Tiere wurden in Städten und Siedlungen gemeldet. Der Grund dafür ist einfach erklärt. „Die Nager lieben unsere kommunalen Grünanlagen mit altem Baumbestand und lassen sich dort besonders gut beobachtet. Das zeigt auch, wie wichtig naturnahe Räume in der Stadt und in den Kommunen sind. Sie bieten unzähligen Tieren Lebensraum und Nahrung. Mehr Baumbestände und Grün-Achsen in der Siedlung statt grauer Parkplätze oder Schotter-Gärten würden nicht nur Eichhörnchen und Co, sondern mit ihrer kühlenden Wirkung auf das Lokalklima und hoher Aufenthaltsqualität auch den Menschen gut tun", so Barthel weiter.

 


18.02.22

Zahlreiche ehrenamtliche Helfer*innen werden jetzt bald aktiv und bauen Schutzzäune auf, um die Tiere vor dem Tod auf der Straße zu bewahren. Die bayernweite Aktion rettet jährlich 500.000 bis 700.000 Amphibien das Leben. Autofahrer aufpassen! Weitere Helferinnen und Helfer sind willkommen.


Ansteigende Temperaturen locken Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren. Darum werden nun bald von der BUND Naturschutz Kreisgruppe Nürnberger Land und ihren Ortsgruppen, unterstützt auch von Straßenbaubehörden, Gemeinden und dem Landschaftspflegeverein, an wichtigen Amphibienwandertrassen im Landkreis die Amphibienschutzzäune aufgebaut.
„Bis Ende April muss man auf unseren Straßen mit den Amphibien, und auch mit Menschen, die zum Schutz der Amphibien in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sind, rechnen“, so Barthel. Im Kreisgebiet werden mit dem BUND Naturschutz Amphibienzäune bei Lauf, Altdorf, Hersbruck, Offenhausen, Burgthann, Feucht und Schnaittach errichtet, insgesamt 16 Schutzzäune mit ca. 2500 Meter Länge. Etwa 50 ehrenamtliche Helfer*innen des BUND Naturschutz betreuen über acht bis zehn Wochen lang die Übergänge. Im letzten Jahr konnten auf diese Weise durch den BUND Naturschutz etwa 4200 Erdkröten und andere Amphibienarten vor dem Tod auf den Straßen bewahrt werden.


Mehr über die Natur lernen – BN-Exkursionen und Vorträge laufen an

06.02.22

Auch in diesem Jahr will der BN wieder Wissen über die Natur vermitteln. In unserer heimischen Landschaft gibt es viel zu entdecken. Umweltbildung ist eine wesentliche Aufgabe des BUND Naturschutz. Daher bieten die Aktiven des BN rund um das Jahr verschiedene Aktionen an, bei denen man etwas zur Natur erfahren kann. Die öffentlichen Exkursionen und Vorträge sind für die TeilnehmerInnen kostenfrei, damit auch wirklich alle teilnehmen können. Es geht bereits in wenigen Tagen los. Die Exkursionen starten am 13.2. mit einem Familienspaziergang zum Thema Wolf in Altdorf, am 19.2. geht es um den Biber in Reichenschwand. Dazwischen beginnt am 17.2. digital der Bestimmungskurs, der diesmal in der Vorbereitung auf das Bronze -Abzeichen Feldbotanik der BANU/ANL steht. Im März geht es dann um die Amphibien und wir werden uns den Burgberg in Burgthann genauer ansehen. Im Laufe des Jahres kommen noch viele weitere Exkursionen dazu. Alle Termine sind auf unserer Internetseite zu finden: www.nuernberger-land.bund-naturschutz.de. Wir bitten um Anmeldung, da es wetterbedingt zu Verschiebungen kommen kann (anita.bitterlich@bund-naturschutz.de). Außerdem müssen die aktuell gültigen Coronaregeln beachtet werden.

 


19.01.22

Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. verzeichnet einen neuen Mitgliederhöchststand.

Die Kreisgruppe des BUND Naturschutz im Nürnberger Land freut sich über viele Erfolge, über den Erhalt von über 50 Hektar Bannwald bei Röthenbach / Altendorf, über den Erhalt von 8 Hektar wertvollen Bannwalds bei Lauf / Letten und über die Rettung von sechs mächtigen, über 250 Jahre alten Eichen als Zeitzeugen und ökologischen Inseln in Hersbruck, sowie über die Möglichkeiten, aktive Aktionen in der Umweltbildung durchzuführen, trotz Pandemie.

Schwerpunkte in der Kreisgruppe im neuen Jahr 2022, wie auch schon im alten Jahr 2021, liegen im Kampf um eine neue Nachhaltigkeit bei der Planung eines ICE-Werks im Raum Nürnberg – mit echtem Wald- und Landschaftsschutz, im Kampf gegen drohende Naturzerstörung durch den Neubau der Juraleitung P53 – zukunftsfähiger wäre hier eine dezentral geplante Energiepolitik, und bei Aktionen zur Amphibienwanderungen im Frühjahr, bei Umweltbildung, Artenschutz, und Klimaschutz vor Ort.


Umweltbildung lernen – BN-Seminar für Interessierte

13.01.22

Die Kreisgruppe Nürnberger Land des BUND Naturschutz bietet seit vielen Jahren verschiedene Veranstaltungen für Schulklassen und Kindergärten und auch Kindergeburtstage an. Für diese vielseitigen Umweltbildungsthemen suchen wir aktuell wieder freiberufliche Mitarbeiter*innen, die diese Veranstaltungen durchführen. Um den Einstieg zu erleichtern, bieten wir am 20.1. und am 22.1. eine Fortbildung für Interessierte an. Bei einem digitalen Einführungsabend wird der Aufgabenbereich vorgestellt und es bleibt viel Zeit für Fragen. Am Samstag wird anschließend im Garten unserer Geschäftsstelle in Winkelhaid eine Geländeübung mit Spielen und Aktivitäten stattfinden. Wir freuen uns über weitere Bewerber*innen. Vorkenntnisse aus dem Bereich Pädagogik, Biologie oder verwandten Berufen sind wünschenswert, aber keine Voraussetzung. Je nach Vorkenntnissen ist auch eine längere Einarbeitungszeit möglich. Wir bitten um Anmeldung unter anita.bitterlich@bund-naturschutz.de. Die Veranstaltungen sind kostenlos, über eine Spende.

 


17.12.21

 

Lebensräume dieser Libellenart sind heute selten und werden durch den Klimawandel immer seltener. Auch die zumeist naturfernen Flüsse in Bayern sind ein Problem für diese Art. Die Pechlibelle wechselt während ihres Lebens mehrfach das Aussehen. 

 

Der Bundesverband des BN (BUND) kürt zusammen mit der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) die Kleine Pechlibelle zur Libelle des Jahres 2022. „Die Kleine Pechlibelle gilt in Bayern nach der Roten Liste als gefährdet. Ihre oft nur pfützenartigen Lebensräume sind selten geworden oder treten nur unregelmäßig auf. Eine tiefgreifende Renaturierung der Fließgewässer und Auen und das Zulassen von Breit- statt Hochwasser und mehr Überschwemmungsflächen in den Fluss- und Bachauen würde dieser und ungezählten anderen Arten dauerhaft helfen“, so Herbert Barthel, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Nürnberger Land.