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Sandabbau Altdorf: Im Raumordnungsverfahren abgelehnt!

Bei Altdorf/Röthenbach soll Sand abgebaut werden

Das Vorhaben wurde mit der Veröffentlichung der landesplanerischen Beurteilung auf der Seite der Regierung von Mittelfranken am 1.10.21 abgelehnt. (https://www.regierung.mittelfranken.bayern.de/mam/service/raumordnung/rov_vogelherd/rov_vogelherd_landesplanerische_beurteilung.pdf)

Im Text ist zu lesen: "Das Vorhaben ist nicht raumverträglich. Dem Vorhaben steht der Schutz des Waldes, insbesondere forstliche und naturschutzfachliche Belange, entgegen. Eine Rodung im Zuge des Rohstoffabbaus wird als nicht möglich erachtet." (S. 3)

Des weiteren wird den Sandflächen eine hohe Bedeutung zugesprochen. Es ist nun deutlich geworden, "dass die betroffenen Vegetationsbestände faktisch nicht wiederherstellbar / ersetzbar sind." (S. 23) Die Behörden "gehen davon aus, dass sich diese Biotope nicht wiederherstellen lassen."

Ständig wird mit verschiedenen Planungen am Bannwald und am Vogelschutzgebiet genagt. Daher kommt das Gutachten folgerichtig zu dem Schluss: „Unabhängig von den festgestellten Artvorkommen kann allein schon aufgrund der Größe der Abbaufläche von rd. 50 ha eine erhebliche Beeinträchtigung im Sinne des § 34 Abs. 1 BNatSchG für das Schutzgebiet nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund dieser Fakten ist eine FFH-Verträglichkeitsprüfung (FFHVP) zwingend erforderlich. Weiterhin ist im Rahmen der FFH-VP für die betroffenen Vogelarten eine Summationsbetrachtung unter Berücksichtigung des gesamten Schutzgebietes erforderlich.“ (S. 23)

Das AELF Ansbach hat die Rodungsgenehmigung geprüft und festgestellt: "Sollte ein bergrechtliches Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, kann für das beschriebene Projekt, wie oben dargelegt, keine Rodungsgenehmigung erteilt werden." (S. 25) Auch die Waldfunktionen wurden untersucht: "Infolgedessen müsste auch nach Art. 9 Abs.5 Nr.1 BayWaldG eine Rodung verweigert werden". (s. 25)

Nun bleibt abzuwarten, ob die Firma neue Planungen einreichen wird, verkleinert und mit den passenden Unterlagen. Wir bleiben wachsam und wehren uns auch gegen kleinere Abbauvorhaben.

Was waren die bisherigen Planungen und unser Vorgehen:

50,2 Hektar Landschaft sollten im Lauf von 35 Jahren durch Sandabbau verbraucht werden. Die letzten Reste der mächtigen Sanddünen tragen eine sehr seltene Flechten-Kiefern-Wald-Vegetation, große Teile der Flächen sind als Biotop ausgewiesen. Das gesamte Gebiet liegt im Bannwald, im europäischen Vogelschutzgebiet und ist im Arten- und Biotopschutzprogramm als schutzwürdig eingestuft. Dennoch sollten dort Kahlschläge und Sandabbau erfolgen. Weitere Infos unter Erfolge.


Kein Gewerbegebiet in Hormersdorf

Mit Entsetzen haben wir durch die Presse und von einigen Besuchern von der turbulenten Gemeinderatssitzung Anfang April 2021 in Schnaittach erfahren. Wir lehnen weiterhin das Gewerbegebiet Hormersdorf an der Autobahnausfahrt ab und werden uns wieder dagegen zur Wehr setzen. Bereits 2019 konnten wir den ersten Anlauf auf 5 ha Flächenfraß verhindern. Weder eine Tankstelle noch einige Arbeitsplätze abseits von jeder Anbindung (außer mit dem Auto) können hier als Grund akzeptiert werden. Flächenverbrauch reduzieren ist nur vor Ort und in jeder Kommune möglich und muss endlich ernstgenommen werden.

Gewerbe auf der "grünen Wiese" lehnen wir grundsätzlich ab und fordern eine konsequente Rückkehr zum Anbindegebot in der Regionalplanung (Landesentwicklungsprogramm).

Wir haben also bereits zweimal eine Umzingelung des Marktplatzes mit mehr als 70 Teilnehmern organisiert (8.5.21 und 29.5.21). Weitere Schritte werden folgen, wenn die Planungen weiter voranschreiten.

Am Dienstag, 7.9., waren Aktive der Ortsgruppe zusammen mit der BI in Schnaittach bei der Bürgerversammlung und haben deutlich gemacht, dass sie diesem Gewerbegebiet nicht zustimmen. Derzeit arbeiten wir an einer Stellungnahme. Auch Privatpersonen können eine Stellungnahme an den Markt Schnaittach schicken. Die Unterlagen finden Sie hier. Abgabefrist ist der 20.9.21.


Bannwald in Lauf bedroht

Auch in Lauf ist ein neues Gewerbegebiet im Gespräch. An der Autobahnausfahrt Süd sollen bis zu 10 ha Bannwald fallen. Dies stellt für uns keine Abrundung, sondern ein weiteres Einfressen in den geschlossenen Wald dar. Bereits die bestehenden Gewerbegebiete Lauf Süd I und II  waren früher Bannwald.
Nachdem Anfang Mai in einem Zeitungsbericht darauf hingewiesen wurde, dass es Planungen für eine Laufer Firma gibt, wurden erste Aktivitäten gestartet. Eine erste Demo, von einem Bürger organisiert, fand bei der Sitzung des Stadtrats statt. Emails an die Stadträte wurden geschrieben. Im Oktober kam die Entwarnung: Die Firma geht nach Altdorf mit einem zweiten Standort. Das Problem: Auch dort wird neu versiegelt, die Fläche ist wohl bisher eine landwirtschaftliche Fläche.

Weitere Aktionen sind geplant.

Der Bannwald ist überall im Landkreis in Gefahr, wir lehnen jeden Eingriff in den Bannwald ab. Infos auch unter Waldschutz.


Ablehnung der ICE-Werk-Standorte im Nürnberger Reichswald

Die Deutsche Bahn plant im Großraum Nürnberg ein neues ICE-Instandhaltungswerk. Als konkrete Standorte ist im Landkreis Nürnberger Land inzwischen noch eine Flächen Gegenstand weiterer Untersuchungen - das ehemalige Munitionslager (MUNA) Feucht. Dieses Gebiet ist ein Wald, der sich 70 Jahre völlig ungestört als Hotspot der Biodiversität entwickeln durfte. Zutritt und Nutzung ist aufgrund von Altlasten untersagt.
 

Des weiteren sind Flächen im Landkreis Roth betroffen: das Gebiet südlich der MUNA Feucht ist praktisch an uns angrenzend und würde ebenfalls Landkreisbürger betreffen. Der naturnahe Wald ist ein vielgenutztes Naherholungsgebiet, der Gauchsbauch ist Lebensader und ein Paradies für verschiedenste Arten.

Im Landkreis Roth bei Harrlach/Allersberg ist eine weitere Fläche für das Raumordnungsverfahren vorgesehen.

Alle anderen 6 Vorschläge rund um Nürnberg wurden in einer Pressemitteilung vom 3.9.21 aus dem Verfahren genommen.
 

Die DB bot ab dem 1. Juni sog. Bürgerdialoge zu den insgesamt neun möglichen Standorten an. Daran haben wir uns beteiligt. Einige Antworten stehen immer noch aus. Im Herbst soll ein Raumordnungsverfahren gestartet werden. Infos der DB finden Sie hier

Grundsätzlich begrüßen wir die Investition, da die Verkehrswende eines unserer zentralen Themen ist und wir jeden Ausbau von Nah- und Fernverkehr auf der Schiene unterstützen. Aber nicht um jeden Preis!

Der Preis wäre hier nämlich sehr hoch, denn  Flächen liegen im Bereich des Bannwaldes Nürnberger Reichswald und im Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald. Die Gebiete sind alle zum größten Teil bewaldet. Es würde hier also eine Rodung auf ca. 45 bzw. bei der komprimierten Variante auf ca. 35 Hektar drohen. Auch wenn dafür Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen festgelegt werden und an anderer Stelle Wald aufgeforstet wird, so würde es zu einem erheblichen Eingriff kommen und der Reichswald würde - neben vielen anderen bereits realisierten Eingriffen und noch geplanten Bauvorhaben -  noch weiter verkleinert werden. Es ginge Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten verloren, die Klimaschutzwirkung wäre erheblich reduziert und natürlich auch die Möglichkeit der Naherholung für die Anwohner*innen. Außerdem ist eine Lärmbelästigung zu befürchten.

Die Flächenversiegelung in einem dermaßen großen Rahmen lehnen wir ab. Unser Ziel ist es, auf eine 0-Versiegelung hinzuarbeiten, da Boden unersetzlich ist und jede unbebaute Fläche ökologisch entwickelt werden kann. Einmal versiegelt, ist sie für alle weitere Entwicklung verloren.

Daher fordern wir:
1. Die Standortsuche soll transparent und ergebnisoffen geführt werden.
2. Die Standortsuche sollte nochmals auf den gesamten süddeutschen Raum ausgedehnt werden. Es sollten vorrangig Industrie- oder andere Brachflächen gesucht werden, bei deren Nutzung keine erheblichen Eingriffe in den Naturhaushalt passieren. Die DB darf nicht auf der Grundlage grober Prüfungen nur noch die Standorte bei Nürnberg zur Diskussion stellen.
3. Klima-, Umwelt- und Naturschutzaspekte müssen bei der Standortdiskussion die gleiche Wertigkeit haben wie soziale, ökonomische und verkehrstechnische. 

Presseberichte:
Der Bote - 25.05.21
Der Bote - 28.06.21
Der Bote - 30.07.21
Der Bote - 09.08.21
Der Bote - 04.09.21
Der Bote - 13.09.21
Der Bote - 20.09.21


Flächenschutz im Nürnberger Land

Mit Besorgnis sehen wir auch in unserem Landkreis den Flächenverbrauch. Abgeschlossene Planungen werden umgesetzt oder sind abgeschlossen, wie z.B. der B14-Ausbau zwischen Ottensoos und der Tadano Faun-Kreuzung, große Baugebiete wie Dornstauden in Neunkirchen und der Bauhof in Lauf. Auch beim Umbau des Autobahnkreuzes Nürnberg Ost haben wir uns bemüht, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Es gab mehrere Stellungnahmen und einen Erörterungstermin in Nürnberg. Unsere Ablehnung führte bei diesen Beispielen nicht zum Schutz der Landschaft.

Derzeit (Oktober 2021) beschäftigen uns weitere Planungen.

Lauf: 8,5 ha Bannwald sollen für Gewerbe gerodet werden. Wir lehnen diese Rodung ab und stellen uns vor den Wald. Auch wenn derzeit die Firma eine andere Fläche gefunden hat, möchte der Bürgermeister weiterhin dieses Waldstück als Gewerbefläche "entwickeln".

Stromtrasse P53: Diese Trasse könnte über 200 ha Bannwald vernichten, daher lehnen wir die derzeitige Planung ab.

Gewerbegebiet Mühllach in Röthenbach/Pegnitz: diese Erweiterung um bis zu 20 ha lehnen wir ab. Im Moment ruht das Verfahren, das Moratorium endet 2022.

Gewerbegebiet bei Hormersdorf: Seit dem Frühsommer 2021 ist das Gebiet plötzlich wieder auf der Tagesordnung. Derzeit läuft die Bauleitplanung. Wir lehnen den Flächenverbrauch für eine Tankstelle ab.

PWC-Anlage an der A6 bei Eismannsberg: Parkplätze sind dringend nötig, aber den vorgesehenen Standort lehnen wir ab. Vor Ort hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Näheres erfahren Sie hier.

Gewerbegebiet an der Westtangente in Altdorf Ludersheim: Wir lehnen das Gewerbe in der geplanten Größe ab. Ein Grünstreifen muss in Nord-Süd-Richtung verbleiben, sonst ist das "Trenngrün" nur noch auf dem Papier wirksam. Leider wurden bisher unsere Anregungen nicht angenommen.

Straßenausbaupläne Lauf-Schönberg: wird abgelehnt. Der Ausbau wurde im Juli 2021 vom Kreistag beschlossen, knapp 3 ha Bannwald werden fallen!

Gewerbegebiet Bartäcker II in Simmelsdorf: Stellungnahme wurde abgegeben, Verkleinerung, bessere Eingrünung.

ICE-Werk im Bannwald: Derzeit in Bearbeitung, wir lehnen die von der DB anvisierten verbliebenen Standorte in Feucht und bei Allersberg ab, da mehr als 40 ha Bannwald fallen könnten und Vogelschutzgebiet betroffen ist.

Radwegebau Winn-Altdorf: Planer wurden auf wertvolle Altbaumbestände hingewiesen. Eine Beteiligung der Träger öffentlicher Belange ist bei Radwegebau nicht vorgesehen, wir mischen uns trotzdem ein.

Bahnausbau, Bahnbrücken oder Tunnel im Pegnitztal: Wir haben unsere Ideen und Bedenken in einer vorab-Stellungnahme eingebracht. Grundsätzlich freuen wir uns über den Erhalt der Strecke.

Dolomitabbau bei Hartenstein: Eine Erweiterung um bis zu 20 ha ist im Gespräch. Der dortige Wald ist Eigentum der Staatsforsten. Der bisherige Standort war sogar FFH Gebiet. Wir lehnen den Dolomitabbau ab.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den vielen Beteiligungen, mit denen die Kreisgruppe Nürnberger Land sich beschäftigt.