Amphibien

Erdkrötenpaar auf dem Weg zum Laichgewässer
Aufbau eines Krötenzauns

Seit vielen Jahren betreuen BN-Mitglieder und andere Naturfreunde Amphibienzäune und retten so tausende Kröten, Frösche und Molche vor dem Tod auf der Straße. Wenn Sie uns dabei unterstützen möchten, melden Sie sich bitte.

Seit 2010 bauen wir z.B. den Krötenzaun im Kreuzungsbereich der Fuchsau (Altensittenbach) auf und erfassen, welche und wie viele Amphibien über die Straße getragen werden. Hier die Ergebnisse aus 2010, 2011, 20122013201420152016 und 2017.

Auf der Amphibien-Website des BN gibt es praktische Tipps für den Amphibienschutz, die Broschüre "Faszination Amphibien" zum Downloaden, Informationen zu Veranstaltungen und viele Links.


Biber

Alfred Meier und Heide Frobel begutachten den Biber

Der Biber erobert seit Jahren die Pegnitz und ihre Zuflüsse. Spuren seines Wirkens sind inzwischen an vielen Stellen zu sehen. Auch mitten in der Stadt Hersbruck hat er an einem ruhigen Seitenarm der Pegnitz im Winter 2008/09 einen Damm gebaut. Aber leider sind nicht alle Begegnungen erfreulich - im März 2009 wurde ein toter Biber am Henfenfelder Knoten gefunden. Diesen haben wir präparieren lassen und er dient nun umweltpädagogischen Zwecken.

Viel Wissenswertes über den Biber und seine Lebensweise sowie über das Bibermanagement in Bayern erfahren Sie hier.

 

 

 

Biberkartierung 2015

Im Frühjahr 2015 untersuchten Ehrenamtliche das Vorkommen des Bibers im Landkreis ganz genau. Es wurden Biberburgen, -dämme, -fraßspuren und andere deutliche Anzeichen für ein Biberrevier erfasst.   

Eine Karte zeigt die gefundenen Biberreviere im Landkreis: Rot = besetztes Revier, Lila= unbesetztes Gewässer

Die meisten Reviere (ca. 25) finden sich an der Pegnitz. Dort stauen die Tiere selten, sie graben unterirdische Burgen in die Böschung. Durch angemessenen Abstand der landwirtschaftlichen Flächen zum Gewässerrand (10-20m) könnten dort die meist geringen Probleme noch verringert werden.

Die zufließenden Gewässer zur Pegnitz werden teilweise gestaut. Die Schwarzach ist ebenfalls besiedelt.

Bei Problemen wenden Sie sich bitte an den zuständigen Biberberater Horst Schwemmer.


Feuersalamander

Aufgrund seines markanten Erscheinungsbildes der charakteristischen Gelbfärbung auf lackschwarzem Grund ist der Feuersalamander unverwechselbar.
Beobachtung Mitte Januar 2011: ein Weibchen ist unterwegs zum Larven absetzen

Der Feuersalamander bewohnt feuchte, strukturreiche Laub- und Mischwälder, Quellen und Quellbäche, Quelltümpel und Kalktuffbereiche. Diese Lebensraumtypen kommen im Bereich des Albtraufs häufig vor und dieser ist ein wesentlicher Bestandteil der Hersbrucker Alb. Deshalb soll sein aktuelles Vorkommen, das unzureichend bekannt ist, in einem zweijährigen Projekt (2009/10) des Naturschutzzentrums Wengleinpark e.V. näher untersucht werden. 


Fledermäuse

Fledermauskeller in Rückersdorf

Die Ortsgruppe Rückersdorf betreut zwei ehemalige Bierkeller, in denen sich seltene Fledermausarten wie Großes Mausohr und Zwergfledermaus wohlfühlen. Aus den Felsenkellern musste zunächst Bauschutt beseitigt und eine Beleuchtungsanlage installiert werden. Die Ortsgruppe beschäftigt sich ebenso mit der Aufarbeitung der Geschichte der Keller.

Zwei amtlich bestellte Fledermausbeauftragte (Gerhard Schütz für den nördlichen Landkreis und Norbert Behr für den südlichen Landkreis) kontrollieren und kartieren landkreisweit Fledermausquartiere, veranstalten Fledermausnächte und stehen mit Rat und Tat zur Verfügung.

Kontakt:

Gerhard Schütz (für den nördlichen Landkreis) - Tel.: 09151/1448

Norbert Behr (für den südlichen Landkreis) - Tel.: 09183/266


Libellen

Blauflügel-Prachtlibelle

Von den 75 in Bayern vorkommenden Libellenarten sind 50 im Landkreis Nürnberger Land heimisch. Viele von ihnen sind gefährdet. Daher ist ein Schutz der Lebensräume (verschiedene Gewässer und Trockenstandorte) besonders wichtig. Hier gelangen Sie zu einem Bericht von Karlheinz Schroth und Günter Loos über Prachtlibellen und Binsenjungfern. Beide Libellenkundler haben im Laufe vieler Jahre umfangreiche Beobachtungen gemacht, die sie gerne bei Exkursionen an Interessierte weitergeben. Ein Film von Karlheinz Schroth zeigt in faszinierenden Aufnahmen verschiedene, häufig vorkommende Arten des Landkreises Nürnberger Land, wie z.B. Gemeine Winterlibelle, Binsenjungfern, Falkenlibelle und Flusslibellen. Besonders interessant ist eine ca. 25-minütige Filmsequenz mit den Schlupfphasen der Schwarzen Heidelibelle. Der Film kann ausgeliehen oder käuflich erworben werden (10,- €). Einen Filmauszug kann man sich hier anschauen. Kontakt: BN Kreisgruppe Nürnberger Land, Tel.: 09187/4666 oder Mail: nuernberger-land@bund-naturschutz.de


Vögel

Jürgen Miholtschan (2. von rechts) bot 2009 einen Vogelstimmen-Intensivkurs über 4 Monate an
Gerhard Schütz entlässt den genesenen Uhu wieder in die Freiheit

Fachkundige Experten unserer Kreisgruppe halten seit vielen Jahren ihre Vogelbeobachtungen fest und geben gerne ihr Wissen an andere weiter. So bieten wir in jedem Jahr Interessierten vogelkundliche Wanderungen an. 

Die Ortsgruppe Burgthann beschäftigt sich seit 2013 mit dem Schwalbenschutz.

Um die Lebensraumbedingungen für bestimmte Vogelarten zu verbessern, werden zielgerichtet Maßnahmen eingeleitet. So betreut die Ortsgruppe Hersbrucker Land beispielsweise Flächen in den Pegnitzwiesen zwischen Reichenschwand und Altensittenbach. Dort wurden Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt, um für den Storch optimalere Bedingungen zu schaffen.

Des Weiteren kümmern wir uns um verletzt aufgefundene Vögel. Z.B. wurde im Sommer 2009 in der Nähe von Alfeld ein Uhu in einem Stallgebäude aufgefunden. Dieser konnte nach Behandlung und Pflege durch einen Tierarzt wieder freigelassen werden.


Wildkatze

Sie durchstreifte unsere Wälder schon lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen aus Afrika mitbrachten, aber kaum einer bekommt sie je zu Gesicht: die Europäische Wildkatze. Deutschlandweit wurde sie durch intensive Bejagung fast ausgerottet. Heute ist sie streng geschützt und kehrt langsam zurück in unsere Wälder. Jetzt gilt es, ihre Lebensräume zu schützen und die Gefährdung durch den Straßenverkehr zu minimieren. Die meisten der gefundenen toten Wildkatzen sind Verkehrsopfer.

In Bayern galt die Wildkatze als gänzlich ausgestorben. 1984 startete der BN eine Wiedereinbürgerungs-Aktion und setzte bis 2009 vor allem im Spessart über 600 Wildkatzen aus. Auch eine Zuwanderung aus anderen deutschen Waldgebieten, insbesondere aus Thüringen und Hessen, ist mittlerweile wahrscheinlich. Gab es 2002 in Bayern lediglich zwei sichere Nachweise, waren es 2014 bereits 546.

Um an diese Nachweise zu gelangen, setzt der BN eine elegante und effiziente Methode ein. Wildkatzen sind extrem scheu, sehr selten zu sehen und auch dann nur schwierig von manchmal ähnlich gefärbten Hauskatzen zu unterscheiden. Die Lösung kennen Katzenliebhaber: Baldrian lockt Katzen an. Sie reiben sich an der duftenden Stelle. Diese Vorliebe macht man sich zunutze: Raue Holzstäbe werden von ehrenamtlichen Aktiven an geeigneten Stellen in den Waldboden gesteckt und mit Baldrian-Lösung besprüht. Reiben sich Wildkatzen daran, so bleiben im günstigsten Fall einige Haare, eingeklemmt im Holz, zurück. Diese Haare werden sorgfältig mit Pinzetten abgesammelt und im Labor genetisch untersucht. In Bayern führt diese Analysen das Bayerische Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP, Teisendorf, Oberbayern) in Kooperation mit dem BN durch. Diese Daten gehen dann zur weiteren wissenschaftlichen Auswertung und Detailanalyse an das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen (Hessen), das dort zusammen mit dem BN und BUND eine bundesweite genetische Datenbank zur Wildkatze aufgebaut hat.

Viele fleißige Lockstockbetreuer waren im Jahr 2014 im Landkreis 3 Monate lang wöchentlich unterwegs und haben Haare gesammelt. Das Ergebnis ist sehr erfreulich: Die Wildkatze findet sich sowohl südlich von Lauf als auch in den Wäldern nördlich der Stadt. Diese Wälder zeigen einen hohen Strukturreichtum aus Laub- und Nadelbäumen, Totholz, dichtem Unterwuchs und freie sonnige Stellen. Nun gilt es, diese Vielfalt im Wald zu erhalten und zu erweitern, denn mit der Wildkatze kehren auch viele unauffällige Kleintiere und Pflanzen zurück. Die Wildkatze ernährt sich hauptsächlich von Mäusen, nur selten erweitert sie den Speiseplan auf Vögel oder Insekten.

Weitere Informationen zum BUND-Projekt „Wildkatzensprung“ und zum Wildkatzenschutz in Bayern finden Sie unter: http://www.bund.net/wildkatzensprung bzw. unter http://www.bund-naturschutz.de/themen/artenbiotopschutz/wildkatze.html