Radl-Demo in Lauf - Online-Petition parallel dazu

Wir treten weiter in die Pedale: für ein fahrradfreundliches Nürnberger Land Eine Radl-Demo mit Online-Petition in Lauf? So etwas hat es noch nie gegeben. Am Samstag, den 5. Dezember 2020 um 11.30 h am Park- und Ride-Parkplatz am Bahnhof links geht es los. Die Demo-Route führt „im Bogen“ durch Lauf zum Marktplatz und endet mit einem Thesenanschlag am Landratsamt in der Waldluststraße. Wofür treten alle in die Pedale? Für ein fahrradfreundliches Nürnberger Land.

Datum
05.12.2020 11:30 - 14:00

Ort
Lauf


In der Online-Petition kann jeder unterschreiben. Unter diesem Link finden Sie sie:
www.openpetition.de/petition/online/fuer-ein-fahrradfreundliches-nuernberger-land
Falls wegen Corona keine Radl-Demo stattfinden darf, wird die Online-Petition ein wichtiges Argument zur Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit im Nürnberger Land sein.

Papierliste zum Unterschreiben

Eigentlich ist es ganz einfach: Durch die Corona-Krise fahren viel mehr Menschen Rad – sogar im Winter. Jeder Radfahrer „spart“ ein Auto auf der Straße und im Stau vor der Ampel. Er leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und ist signifikant weniger krank – gerade im Winter. Der Trend ist unübersehbar. Nachweislich würden gern noch mehr Menschen in die Pedale treten. Die Rahmenbedingungen müssen daher weiterhin verbessert werden, auch wenn zurzeit die Finanzen corona-bedingt knapp sind.

Dafür hat sich ein breiter Unterstützerkreis gebildet:
    • ADFC-Kreisverband Nürnberg und Umgebung e.V.
    • BN Kreisgruppe Nürnberger Land
    • BN Hersbruck
    • BN Lauf
    • Grüne Nürnberger Land
    • Grüne Hersbruck
    • Grüne Lauf
    • Grüne Schwaig


Ende Juli fand eine offizielle „Bereisung“ (= der Ist-Zustand wird mit dem Fahrrad erkundet) statt. Das Zertifikat „Fahrradfreundlicher Landkreis“ schien greifbar nahe. Die Prüfungskommission sah viele gute Ansätze. Drei Mängel müssen noch beseitigt werden: die Erhöhung der Radfahrerzahl auf 11-13 % (bis zu einem selbst festgelegten Zeitpunkt), ein ordentlicher Winterdienst für die Radwege und die Umsetzung des Zehn-Punkte-Plans (auch bis zu einem selbst festgelegten Zeitpunkt). Der beinhaltet unter anderem neue Abstellmöglichkeiten, bessere Wegmarkierungen und Baumaßnahmen. Außerdem empfahl die Kommission den Räten weiter an der Radschnellverbindung zwischen Nürnberg und Lauf zu arbeiten. Ganz einfach ausgedrückt: Der Kreistag soll nur festlegen, bis wann er die Mängel beseitigt.
In der Septembersitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Landwirtschaft des Kreistags hätte dann die zeitnahe Umsetzung der Verbesserungen beschlossen werden können.
Das Landratsamt hatte keinerlei Informationen über die Ergebnisse der Bereisung bei dieser Sitzung an die Kreisräte weitergegeben. Wichtig ist es, sich vor Augen zu halten, dass in der Corona-Krise besonders viele Menschen das Rad bevorzugen. Da ist es ein Fehler, die Maßnahmen auf die lange Bank zu schieben. Schon jetzt kollidieren immer wieder die Interessen von Fußgängern und Radlern auf gemeinsamen Wegen. Der Weg zur Schule wäre für die Jugendlichen gut mit dem Rad zu machen, wenn da nicht die vielbefahrene Straße wäre. Die Kleidung hat der Rad fahrende Berufspendler optimal auf den Winter vorbereitet, doch dann scheitert die Fahrt bei Neuschnee oder Glatteis am fehlenden Winterdienst. Die Radl-Demonstranten wollen den Landrat Kroder und die Kreisräte zu einem Umschwenken bewegen.
Die Banner für einen öffentlichkeitswirksamen Thesenanschlag am Landratsamt liegen schon bereit. Im Einzelnen lauten die Forderungen:
Gemeinsam für ein fahrradfreundlicheres Nürnberger Land.

    • Mehr Sicherheit durch eindeutige Markierungen und Beschilderungen
    • Zügige Umsetzung des Radverkehrskonzeptes anhand einer Zielplanung
        ◦ Ausreichendes hauptamtliches Personal zur Umsetzung des Radverkehrskonzeptes
        ◦ Fertigstellung der Planung des Radschnellwegs Nürnberg-Lauf durch den Landkreis
        ◦ Lückenschlüsse im bestehenden Radwegnetz schließen und Druck auf überörtliche Träger der Straßen ausüben
        ◦ Jährlich steigendes Budget im Haushalt des Landkreises zum Ausbau und der Planung von Radwegen
    • Gerechte Aufteilung des Straßenraums zwischen allen Verkehrsteilnehmern
        ◦ Lösungssuche für die Radverkehrsregelung innerorts
        ◦ Errichtung von Fahrradstraßen in Städten und Kommunen
        ◦ Mehr Tempo 30 auf Straßen und Tempo 30 Zonen - auch bei Ortsdurchgangsstraßen
        ◦ Fahrradampeln an größeren Kreuzungen
    • Winterdienst auf den Hauptrouten bis sieben Uhr
    • Überdachte und diebstahlsichere Abstellanlagen an Schulen, Kindergärten und Bahnhöfen
    • Förderung von Lastenrädern durch die Gemeinden bzw. Stadt- oder Gemeindewerke
    • Erlass von Stellplatzsatzungen für Fahrräder durch die Gemeinden
    • Jährliche Fahrradtour initiiert durch den Landrat oder örtliche Bürgermeister mit interessierten Bürger*Innen
    • Mehr finanzielle Mittel des Freistaat Bayerns für den Radverkehrsausbau entlang der Staatsstraßen und für Radverkehrsprojekte


In der Online-Petition kann jeder unterschreiben, der möchte, dass sich die Situation für Radfahrer*innen weiter verbessert. Unter diesem Link finden Sie sie: www.openpetition.de/petition/online/fuer-ein-fahrradfreundliches-nuernberger-land
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass Petrus auch ein Einsehen hat und ein radfreundliches Winterwetter schickt, damit möglichst viele Radl-Demonstranten mit Spaß und guter Laune den Forderungen Nachdruck verleihen.
Der nächste Demo-Termin steht auch schon fest und kann in den Kalender eingetragen werden: Samstag, der 6. März 2021 wieder um 11.30 h.