Zur Startseite
  • Aktuelles
  • Mitmachen - Aktiv werden
  • Newsletter
  • Home  › 
  • Aktuelles

Windkraft ja - aber mit fundierter Planung

Der BN unterstützt den Ausbau der Windenergie, weil diese Art der Stromerzeugung sehr viele Vorteile bietet. Gegenüber den anderen erneuerbaren Energien wie Fotovoltaik, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie hat Strom aus Windenergie die geringsten Erzeugungskosten und die kürzeste energetische Amortisation (ca. 5 Monate). Der Bau von Windrädern ist mit einem relativ geringen Flächenverbrauch verbunden. Windräder können innerhalb von 2 Wochen wieder abgebaut werden (bei AKWs dauert es 2 Generationen). Windenergie wird dezentral erzeugt, und wenn die Anlagen durch regionale Akteure betrieben werden, bleibt die Wertschöpfung in der Region.

 

Zwischen der Windenergienutzung und Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes können aber auch Konflikte entstehen. Problematisch sind Windräder insbesondere in Gebieten mit Naturschutzstatus, für Vogelarten und Fledermäuse sowie für das Landschaftsbild. Deshalb ist es notwendig, jeden einzelnen möglichen Standort differenziert und mit Blick auf die Gesamtregion zu betrachten. Die Ausweisung von nutzbaren und konfliktarmen Windkraftstandorten ist Aufgabe der Regionalplanung. Diese Steuerung ist von zentraler Bedeutung für den BN.

 

Der Ausbau von Windenergie ist nach Einschätzung des BN auch im Landkreis Nürnberger Land in ausreichendem Maße und ohne erhebliche Beeinträchtigung von besonders schützwürdigen Landschaften, Biotopen und Arten möglich. In ihrer Stellungnahme von 2010 zur Ausweisung von Windkraft-Vorranggebieten im Regionalplan hat die BN - Kreisgruppe Nürnberger Land den dort möglichen Bau von insgesamt 22 Windrädern in fünf Vorranggebieten befürwortet. Das würde bei einer durchschnittlichen Leistung von 2 MW und einem Ertrag von ca. 5 Mio. kWh pro Anlage und Jahr einer rechnerischen Deckung des Strombedarfes für 33.000 Haushalte oder ca. 100.000 Personen entsprechen. Das ist weit mehr als die Hälfte der Einwohnerzahl des Landkreises.

 

Zu den Tabuzonen bzw. Gebieten mit besonderen Anforderungen an eine Verträglichkeitsprüfung gehört die Hersbrucker Alb. Gerade der steil ansteigende Albtrauf ist ein markanter Landschaftsübergang und damit prägend für das Landschaftsbild. Außerdem ist er besonders artenreich. Hier befinden sich die beiden geplanten Windkraftstandorte bei Großviehberg und am Hansgörgl, die der BN ablehnt. Als sinnvolle Alternative empfiehlt der BN der Stadt Hersbruck, der HEWA und der Gemeinde Reichenschwand die Beteiligung an der in Gründung befindlichen landkreisweiten interkommunalen Bürger-Energiegenossenschaft. Eine wesentliche Säule dieser Genossenschaft wird die Projektagentur sein, die geeignete Projekte zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien bis zur Planungsreife entwickeln wird. Damit haben jede Kommune und jeder Landkreisbürger die Möglichkeit der Teilhabe, auch wenn unmittelbar vor Ort keine Investitionsmöglichkeit in Erneuerbare Energien-Projekte besteht.

 

Es ist ehrenhaft, dass sich engagierte Bürger für den Schutz unserer Landschaft einsetzen. Jedoch distanziert sich der BN von den Äußerungen der beiden in Hersbruck und Reichenschwand gegründeten Gegenwind-Initiativen. Diese reihen sich ein in eine bundesweit organisierte Hetzkampagne gegen die Windkraft mit teilweise unsinnigen Argumenten, Übertreibungen, Unterstellungen und ungerechtfertigten Vorwürfen. Den energischen Einsatz der beiden Initiativen für den Erhalt unserer wertvollen Kulturlandschaft hätten wir uns bei anderen Gelegenheiten gewünscht.

20.01.2014