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Weiterer drohender Reichswaldeingriff durch geplantes ICE-Werk

Die Deutsche Bahn plant nordöstlich von Nürnberg-Altenfurt zwischen bestehender Bahnlinie und B4 (Regensburger Straße) ein neues ICE-Werk. Es ist noch kein Raumordnungsverfahren eröffnet worden, dies soll 2021 geschehen. Die DB hat allerdings schon diverse Standorte in Nürnberg und Umgebung geprüft und favorisiert offensichtlich den Altenfurter Standort (in zwei Varianten).

23.11.2020

Grundsätzlich begrüßen wir die Investition, da die Verkehrswende eines unserer zentralen Themen ist und wir jeden Ausbau von Nah- und Fernverkehr auf der Schiene unterstützen. Aber nicht um jeden Preis!

Der Preis wäre hier nämlich sehr hoch, denn die vorgesehene Fläche liegt (je nach Variante) zum größeren Teil im Bereich des Bannwaldes Lorenzer Reichswald und im Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald sowie zu einem kleineren Teil im Landschaftsschutzgebiet Langwasser. Das Gebiet ist vollständig bewaldet. Es würde hier also eine Rodung auf 46 bzw. bei der komprimierten Variante auf 38 Hektar drohen. Auch wenn dafür Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen festgelegt werden und an anderer Stelle Wald aufgeforstet wird, so würde es hier zu einem erheblichen Eingriff kommen und der Reichswald würde - neben vielen anderen bereits realisierten Eingriffen und noch geplanten Bauvorhaben -  noch weiter verkleinert werden. Es ginge Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten verloren, die Klimaschutzwirkung wäre erheblich reduziert und natürlich auch die Möglichkeit der Naherholung für die Altenfurter und Fischbacher Bevölkerung. Außerdem ist eine Lärmbelästigung der Anwohner zu befürchten.

Daher fordern wir:
1. Die Standortsuche soll transparent und ergebnisoffen geführt werden.
2. Die alternativen Standorte sollen genauso intensiv untersucht werden wie die beiden Standortvarianten bei Altenfurt. Die DB darf nicht auf der Grundlage grober Prüfungen und eines Abwägens der Vor- und Nachteile der alternativen Standorte nur noch den Standort Altenfurt zur Diskussion stellen.
3. Klima-, Umwelt- und Naturschutzaspekte müssen bei der Standortdiskussion die gleiche Wertigkeit haben wie soziale, ökonomische und verkehrstechnische.