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Schüler*innen erforschen mit dem BN den Bannwald

Der BUND Naturschutz Altdorf-Winkelhaid hat gemeinsam mit dem Leibniz Gymnasium Altdorf erstmalig eine Kartierungsübung im Röthenbacher Wald durchgeführt. Dabei sollten die Kinder erfahren, wie so eine Kartierung ablaufen kann und dabei die Lebenswelt des Waldes mit allen Sinnen erfahren. Es wurde eine Fläche mit höchster Schutzkategorie Bannwald gemeinsam mit der Försterin ausgewählt.

23.07.2021

Passend für die jungen Forscher wurde als eine Aktion das Alter der dort wachsenden Bäume bestimmt. Schüler*innen der Klassen 5, 6 und 11 haben bei 26 Kiefer-Baumstämmen die Jahresringe gezählt und den Baumumfang gemessen, um eine Referenz für das Alter einer Kiefer mit Hilfe des Baumumfangs zu erhalten. Außerdem wurden alle verschiedenen Tiere und Pflanzen fotografiert und mit Hilfe von Apps und Fachleuten bestimmt. Damit kann die Vielfalt des Lebensraumes Wald erfasst werden. Die Lebensbedingungen im Wald wurden außerdem weiter untersucht, indem Lärmmessungen vom Autobahnrand bis weit in den Wald hinein und ebenso Temperaturunterschiede vom Waldinnenraum bis außen gemessen wurden. Für die Tierwelt sind diese abiotischen Faktoren von großer Bedeutung.

Bereits direkt nach Abschluss der Gelände-Erfassung standen erste Ergebnisse fest. In der Tat, konnten die Schüler*innen den Baumumfang etlicher Bäume messen, und haben festgestellt, dass mindestens 209 Kiefern deutlich über 80 Jahre alt sind, und dass manche Bäume über 120 Jahre erreicht haben. Wie erwartet, konnte ermittelt werden, dass die Temperatur mitten im Wald bis zu 5 °C niedriger ist als außerhalb des Waldes. Auf dem Heimweg konnten die Kinder diese Unterschiede von „im Wald“ und „in der Siedlung“ noch am eigenen Leib spüren, das Wetter machte mit strahlend sonnigen Tagen nämlich mit.

Überraschend war der große Unterschied des Lärmpegels nahe der Autobahn und einem Punkt mitten im Wald in 500 Metern Entfernung: Die Schüler*innen konnten eine Lärmreduzierung von 37 dB messen.

Interessant waren auch die bisherigen Ergebnisse bei der Erfassung der Tier- und Pflanzenwelt. Es konnten Rote-Liste Exemplare, wie zum Beispiel die rote Wald-Ameise, verschiedene Arten von Flechten und Moosen und die großflächige Verbreitung der breitblättrigen Stendelwurz-Orchidee festgestellt werden. Spinnen wurden bei der Jagd beobachtet, Heidelbeeren zur Bemalung von Händen genutzt und Federn, Kotspuren sowie ein Wildschweinschädel entdeckt. Es wurden viele Daten und hunderte GPS-Fotos von Flora und Fauna aufgenommen, die nun von den Experten des BUND Naturschutzes nachbestimmt werden. Die Schüler werten nun ihrerseits mit Bildercollagen, Erlebnisberichten und eigenen Beschreibungen die Kartierung aus und beenden dieses Schuljahr mit einem tollen Erlebnis.

Erfreulicherweise möchten einige Schüler*innen weitermachen und der BUND Naturschutz freut sich auf weitere gemeinsame Kartierungen in weiteren Flächen Röthenbacher Wald.

Hans-Dieter Pletz, Stellvertretender Vorsitzender des BUND Naturschutzes Altdorf-Winkelhaid lädt jede*n ein, der/die bei weiteren Kartierungen mitmachen möchte: „Unser Wald ist unheimlich vielfältig und sehr wertvoll und es macht viel Spaß, die Geheimnisse unseres Waldes zu entdecken.“