Protestdemo zur Einweihung des neuen B14-Kreisels bei Ottensoos

Anlässlich der feierlichen Einweihung des neuen B14-Kreisels bei Ottensoos haben wir mit einer Protestdemonstration deutlich gemacht, dass wir uns unter Verkehrswende etwas anderes vorstellen. Dieses gigantische Brücken-Kreisel-Bauwerk ist völlig überdimensioniert, Natur und Landschaft wurden unnötig zerstört und verbraucht und fruchtbare Bodenressourcen sind für immer vernichtet.

16.11.2018

Falsche Verkehrspolitik: Das Bauprojekt ist ein Beispiel für die allgemeine Bevorzugung des Individualverkehrs, also einer grundsätzlichen und extrem einseitig auf den KFZ-Verkehr ausgerichteten Verkehrspolitik. Durch ständig verbesserten Ausbau- und Erschließungsgrad wächst die Verkehrsbelastung immer noch mehr.

Das Projekt ist nicht mit den Klimaschutzzielen vereinbar: Der Verkehr trägt in Deutschland zu rund 20 Prozent (in Bayern sogar rund 30 Prozent) zu den CO2 Emissionen bei. Diese sollen eigentlich im Zeitraum 2010 bis Mitte des Jahrhunderts um mehr als 2/3 gesenkt werden (EU-Ziel). Also auch aus Klimaschutzgründen bedarf es im Verkehrsbereich daher dringend einer Umschichtung der Investitionsmittel hin zum Ausbau der ÖPNV.

Kein Bedarf: Im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen ist der Ausbau der B 14 im betreffenden Abschnitt nicht aufgeführt. Die für den Straßenausbau vorgesehenen öffentlichen Mittel sollten eher für den Ausbau des ÖPNV oder für die Reparatur von Straßen ausgegeben werden als für den Ausbau von Straßenabschnitten, auf denen gewisse Probleme nur zeitweise bestehen oder die anderweitig gelöst werden können, wie es in diesem Fall zutrifft.

Überdimensionierte Ausbauplanung: Auf der Ausbaustrecke der B 14 war der Verkehr vor Baubeginn bereits flüssiger geworden. In den Planungsunterlagen wurde dies auch bestätigt: nach Auswertung von Straßenverkehrszählungen zeigten Verkehrszahlen 2010 gegenüber 2005 einen leichten Rückgang und dass „auf der B 14 eine „Sättigung“ eingetreten ist“. Der Kreuzungsausbau wurde auch mit der Unfallhäufigkeit begründet. Im Widerspruch dazu stand allerdings in den Planungsunterlagen, dass die Strecke im Betrachtungszeitraum 2009 - 2011 "objektiv etwas weniger auffällig“ ist. 

Schutz von Natur und Landschaft: Trotz der festgelegten Schutz-, Vermeidungs-, Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen haben wir das Projekt abgelehnt, weil die Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft unserer Meinung nach nicht ausgleichbar sind. Wertvolle Biotopstrukturen sind beeinträchtigt oder sogar zerstört worden: naturnahe Fließgewässer, Auwald, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, feuchte Hochstaudenfluren, Röhricht, naturnahe Feldgehölze und Hecken. Diese sind Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten (Eisvogel, Kleinspecht, 3 Fledermausarten, Wasseramsel, Haselmaus, Zauneidechse), die zwar nicht streng geschützt sind, aber z.T. gefährdet. Das Beeinträchtigungspotential wurde in der Planung insgesamt als „erheblich“ eingeschätzt. Schutzgebiete spielen auch hier offensichtlich keine Rolle. Das Landschaftsschutzgebiet Nördlicher Jura ist direkt betroffen. Auswirkungen auf das benachbarte FFH-Gebiet und NSG „Feuchtgebiet und Sandmagerasen bei Speikern“ und das Naturdenkmal „Eiche am Bräunleinsberg“ sind nicht auszuschließen. 
Hochwasserschutz: Fläche südlich der B14 ist Hochwassergefahrenfläche und als Überschwemmungsfläche ausgewiesen. Einen Eingriff in den Hochwasserraum der Pegnitz lehnt der BN ab. 

Erheblicher Flächenverbrauch: 11,7 ha, davon Neuversiegelung von 2,578 ha 

Bericht in der Frankenschau: https://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-1582814.html

Videos auf Facebook: https://www.facebook.com/pg/BUND-Naturschutz-Kreisgruppe-Nürnberger-Land-439548099584203/videos/?ref=page_internal