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BUND NATURSCHUTZ LEHNT DIE GLEICHSTROM-PASSAGE SÜD-OST GRUNDSÄTZLICH AB

Seit mehreren Wochen wird in Nordbayern heftig über die geplante Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (600 kV HGÜ-Leitung) von Bad Lauchstädt bei Halle nach Meitingen bei Augsburg gestritten. Die HGÜ-Leitung ist aus Sicht des BN in dieser Form für eine dezentrale Energiewende nicht nötig und würde vor allem für den weiteren Betrieb von Kohlekraftwerken arbeiten.

„Wir lehnen die Leitung grundsätzlich ab und dabei ist es egal, welche Trasse derzeit favorisiert wird. Wir fordern den Ausstieg aus der Atomenergie und den Ausstieg aus der Kohleverstromung für den Klimaschutz. Diese Energiewende hin zum Energiesparen und hin zum Ausbau der Erneuerbaren Energie muss dezentral erfolgen, auch in Bayern. Eine zentrale Stromautobahn zur Unterstützung der Kohleverstromung für die Profite der großen Stromkonzerne lehnen wir ab!“ so Heide Frobel, BN-Kreisvorsitzende.

„Wir würden uns wünschen, dass alle Gegner der Trasse an einem Strang ziehen. Es hilft niemandem, wenn nach dem Sankt-Florians-Prinzip nur gefordert wird, die Trasse nicht vor der eigenen Haustür zu bauen. Und es darf auch nicht sein, dass der Schutz von Mensch und Natur gegeneinander ausgespielt wird. Stattdessen sollte der Druck auf Ministerpräsident Seehofer verstärkt werden, seine Blockade des Windkraftausbaus zu beenden“, so Frobel.

„Wenn neue Starkstromtrassen und Höchstspannungsleitungen gebaut werden sollten, dann muss durch Offenlegung aller Berechnungsgrundlagen klar ersichtlich sein, dass diese für den Atomausstieg, für den Klimaschutz und für eine dezentrale Energiewende in Bayern vor Ort notwendig sind.“, so die Kreisvorsitzende weiter.

Analysen von Prof. Dr. von Hirschhausen, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, und von Prof. Dr. Jarass, Universität Wiesbaden, der 2013 bei der Woche der Sonne in Winkelhaid bereits über das Thema referiert hat, zeigen, dass diese Trasse nicht wirklich benötigt wird.

Der BN hatte bereits im Jahre 2011 beschrieben, wie die Stabilisierung der Stromnetze bei einer Versorgung aus Erneuerbaren Energien gestaltet werden kann. Kernpunkte sind Energiesparen und der Umbau unserer Heizungen auf Kraftwärmekopplung und Blockheizkraftwerke. Kraftwärmekopplung liefert Wärme für Heizung und Warmwasser und elektrische Energie und bietet elektrische Leistung. Bündeln wir diese dezentralen Leistungsquellen in Bayern regional in virtuellen Ersatzkraftwerken, dann können wir dezentral vor Ort das Stromnetz stabilisieren.

Doch nicht erst seit die Trasse konkret im Gespräch ist, sondern bereits 2011 haben der BUND Deutschland und der BN gefordert, dass für Deutschland ein dezentrales Strom- und Energiekonzept untersucht wird. Das Bundeswirtschaftsministerium unter FDP-Minister Philipp Rösler und die Bundesnetzagentur hatten die BUND-Forderung nach alternativen dezentralen Energiekonzepten immer abgelehnt. Der BUND hatte daher wiederholt die Netzentwicklungspläne 2012 und 2013 kritisiert und dann auch den im Bundesbedarfsplanungsgesetz und Netzausbaubeschleunigungsgesetz von 2013 festgelegten Netzausbau abgelehnt und sogar eine Beschwerde bei der EU eingereicht.

Abschließend erklärt Heide Frobel: „Wir haben es uns schon einmal erlaubt, eine sündhaft teure und unnötige „Wirtschaftsachse“ - den Rhein-Main-Donau-Kanal – durch unser Land zu brechen. Ein zweites Mal darf das nicht passieren.“

Der BN wird in den nächsten Wochen und Monaten zu verschiedenen Veranstaltungen einladen, um das Engagement für die Energiewende von unten sichtbar zu machen. U.a. ist am 22. März eine Kundgebung in München geplant.

 

18.02.2014